Sri Lanka: USA bestreiten vorherige Kenntnis über Anschläge

Colombo - Die Zahl der Todesopfer nach den Selbstmordanschlägen vom Ostersonntag in Sri Lanka ist auf 359 gestiegen. Darunter waren 38 Menschen, die in der Nacht zum Mittwoch in Krankenhäusern ihren Verletzungen erlagen, wie die Polizei mittelte. Mehr als 400 wurden noch behandelt - manche seien in kritischem Zustand.

Die USA hatten nach Angaben ihrer Botschafterin in Sri Lanka keine vorherige Kenntnis von der tödlichen Anschlagserie in Sri Lanka. „Wir wussten nichts von diese Anschlägen“, sagte Alaina Teplitz dem US-Fernsehsender CNN am Mittwoch. 

Ein Minister Sri Lankas hatte Anfang der Woche gesagt, Indien und die USA hätten seiner Regierung vor den Anschlägen Informationen zukommen lassen. Botschafterin Teplitz verneinte dies nun: „Ich weiß nicht, welche anderen Informationsquellen die Regierung Sri Lankas hat. Ich kann ihnen nur sagen, dass wir keine vorherige Kenntnis hatten“, sagte sie CNN. Die Regierung von Sri Lanka habe Fehler beim Sammeln und Weitergeben von Geheimdienstinformationen zugegeben, fügte sie hinzu.

60 Personen festgenommen

Sieben sri-lankische Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu zeitgleich in drei Kirchen in mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden später gab es zwei weitere Explosionen in einem kleinen Hotel und einer Wohngegend in Vororten Colombos.

Es gab den Angaben zufolge seit Dienstagabend zudem 18 neue Festnahmen - deren Zahl stieg damit auf 60. Premierminister Ranil Wickremesinghe hatte am Dienstag erklärt, es seien noch Verdächtige auf der Flucht, von denen manche im Besitz von Sprengstoff seien. Angaben dazu, ob diese unter den jüngst Festgenommenen waren, gab es zunächst nicht.

Deutsch-Amerikaner ist unter Opfern

Die Zahl der ausländischen Todesopfer lag nach den jüngsten Zahlen des sri-lankischen Außenministeriums bei 34. Sie stammten aus vielen verschiedenen Ländern - darunter Indien, Großbritannien, die USA, China, die Niederlande, Spanien und die Türkei.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes war auch ein Deutsch-Amerikaner ums Leben gekommen. 14 Ausländer galten noch als vermisst. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Selbstmordanschläge für sich reklamiert. (dpa, afp)