Staatsschutz ermittelt: Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

Jüterbog - Auf eine Asylbewerberunterkunft für 20 minderjährige Flüchtlinge in der Innenstadt von Jüterbog (Teltow-Fläming) ist ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte Täter warfen am Samstagmorgen zwei Brandsätze gegen ein Fenster, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Verletzt wurde niemand. Der Staatsschutz ermittelt. Notfallseelsorger und Dolmetscher kümmern sich um die Bewohner im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Die Polizei bewacht derzeit das Objekt.

„Das ist eine widerliche und verabscheuungswürdige Tat von völlig Irregeleiteten“, betonte Brandenburgs Ministerpräsiden Dietmar Woidke (SPD). Das sei unerträglich und passe nicht zum weltoffenen Brandenburg, in dem sich Tausende täglich in wunderbarer Weise für Flüchtlinge engagierten. Jetzt gehe es darum, die Täter schnell zu fassen und zu bestrafen. „Ich setze dabei auch auf die Mithilfe der Bürger“, betonte der Ministerpräsident.

Innenminister hofft Täter zu ermitteln

Auch Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) verurteilte die Tat. „Brandanschläge sind keine Asylkritik, sondern ein Verbrechen und sonst nichts. Sie sind die Argumente derjenigen, die sonst keine Argumente haben. Mich widert so was an“, betonte der Innenminister. Er hoffe, dass es gelinge, die feigen Täter zu ermitteln.

Im August 2015 Jahr war eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen (Havelland) in Brand gesetzt worden. Die Sporthalle war in der Nacht zum 25. August in Flammen aufgegangen.
In Jüterbog trafen Brandsätze das mehrflügelige Fenster eines unbewohnten Abstellraums. Die Doppelverglasung wurde beschädigt, aber nicht komplett durchschlagen.

Flammen konnten ausgeschlagen werden

Ein Betreuer der Einrichtung, die von der Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben wird, hatte gegen 1.15 Uhr ein Geräusch gehört. Auf seinem Kontrollgang entdeckte er an der Außenwand des Flachbaus Flammen. Sie konnten mit einem Kleidungsstück ausgeschlagen werden. In Brand geratene Grasnarbe wurde mit Wasser gelöscht. An dem Gebäude und einem in der Nähe geparkten Auto blieben Rußspuren zurück. Der Sachschäden beträgt nach den Angaben rund 1500 Euro. (dpa)