Bei den Kriterien öffentliche Ordnung und innere Sicherheit kann Berlin einer aktuellen Studie zufolge nicht mit Hamburg konkurrieren. Das Sicherheitsgefühl mag in Berlin vielleicht nicht so groß sein, das Lebensgefühl ist es dafür umso mehr. Unser rein subjektiver Vergleich liefert den Beweis.

1. Feiern

Egal welcher Wochentag, egal welche Uhrzeit, egal ob mit Freunden oder Fremden: Kaum eine Stadt huldigt dem Hedonismus so exzessiv wie Berlin. Erst Vorglühen im Möbel Olfe, dann zappeln im Sisyphos, dann After Hour im Club der Visionäre: Ein Ritt durch die Berliner Nacht fühlt sich in etwa so an:

Obwohl Hamburg mit der Reeperbahn, den runtergerockten Clubs um den Fischmarkt und den Sommerabenden in der Schanze einige Geschütze auffährt - für den Punkt reicht es nicht. Gegen Berlin wirken seine Partys stets nur so:

Punktestand: Berlin 1 - Hamburg 0

2. Fahrgäste befördern

Viele Berliner können sie nicht mehr sehen: Die weißen Balken, die an S-Bahnhöfen auf den Anzeigetafeln am Gleis geschaltet werden, wenn mal wieder etwas schief läuft. Die Gründe, die für die Zugverspätung zu lesen sind, reichen von "Stellwerkstörung" bis zum "Kabeldiebstahl".

Anfügen könnte man außerdem "große Kälte", "große Hitze", "Schaltjahr" oder "Mittwoch". Zwar rollt auch in Hamburg nicht jeder Zug pünktlich ein. Dafür erwartet Fahrgäste in den Wagons aber immerhin meist ein Sitzplatz, es sind weder Bierduschen noch Pöbel-Attacken von Fremden zu befürchten. Punkt für Hamburg!

Punktestand: Berlin 1 - Hamburg 1

3. Putzen

Ok, da brauchen wir nicht großartig drüber reden. Der Dreck vermehrt sich in Berlin schneller als die BSR das Wort "Besen" sagen kann. Da ist allenfalls noch Schadensbegrenzung nach diesem Vorbild möglich:

Hamburg stellt sich geschickter an. Hier können Besucher vom Boden essen, mehr noch: Was die schicken Kacheln am Jungfernstieg berührt ist wahrscheinlich sogar sauberer als vorher. Klarer Sieg!

Punktestand: Berlin 1 - Hamburg 2

4. Musizieren

Berlin hat in Punkto Popkultur in den letzten Jahren Elektro-Miezen wie MIA oder Laing hervorgebracht, auch die Rapper Sido und Bushido gehen auf das Konto der Hauptstadt. Sie mischten Anfang der 2000er die Hip-Hop-Szene mit einem Maximum an Proletengehabe auf, dem die Kids verfielen. Wer zuvor den Hamburger Hip-Hop von Dynamite Deluxe oder den Absoluten Beginnern gehört hatte, konnte darüber nur den Kopf schütteln. Zu Gute zu halten sind Berlin lediglich die Cowboys von Seeed.

Stellt man jetzt weiter fest, dass Hamburg mit der "Hamburger Schule" um Bands wie Tocotronic oder Die Sterne sogar eine eigene Musikbewegung hat, ist die Sache klar.

Punktestand: Berlin 1 - Hamburg 3

5. Cool aussehen

Egal ob Röhrenjeans und Undercut oder Nietengürtel und grüne Haare, egal ob Männer in Ballkleidern oder Nackte mit bunten Federn im Haar: Modisch gibt es in Berlin nichts, was nicht erlaubt ist. Wir finden: Vielfalt ist cool! Wenn hingegen Perlen-Paula und Steppjacken-Stefan um die Außenalter flanieren, sieht das eher so aus:

Punktestand: Berlin 2 - Hamburg 3

Im nächsten Abschnitt lesen Sie, wer das Rennen macht.