Taormina - Scharfschützen auf den Dächern, Drohnen und Überwachungskameras, dazu Sprengstoffspezialisten und Sanitäter: Vor dem am Freitag beginnenden Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G7) gleicht der Badeort Taormina auf Sizilien einer Festung. 7000 Polizisten, Carabinieri und Soldaten sind im Einsatz, wenn die Staats- und Regierungschefs der G7 am Fuße des Ätna-Vulkans zusammenkommen.

Bundesverband der Deutschen Industrie hofft auf klares Signal für Freihandel

„Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten müssen auf ihrem Gipfel ein klares Signal für Freihandel und Klimaschutz senden. Die Wirtschaft braucht mehr als nur einen Minimalkonsens.“ Das sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, anlässlich des G7-Gipfels auf Sizilien

Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Trump nehmen teil

An dem zweitägigen Treffen nehmen unter anderen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Die Kontrollen an Italiens Grenzen - zu Lande, zur See und in der Luft - wurden für die Zeit zwischen dem 10. und dem 30. Mai aus Furcht vor möglichen Anschlägen verstärkt. Um in Taormina in die „maximale Sicherheitszone“ vorgelassen zu werden, bedarf es besonderer Ausweispapiere.

Taormina zeigt sich von bester Seite

Am Freitag und am Samstag befindet sich die 11.000-Einwohner-Stadt im Ausnahmezustand. „Wir haben das Unmögliche möglich gemacht und in 40 Tagen geschafft, wofür normalerweise Jahre benötigt werden“, sagt der Bürgermeister Eligio Giardina. Auf jeden Fall werde sich Taormina der Welt von seiner besten Seite präsentieren. Zusätzlich zu den Delegationen der G7-Staaten werden Abordnungen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartet, dazu Vertreter Äthiopiens, Kenias, Nigers, Nigerias, Tunesiens und 4000 Journalisten aus aller Welt.

Gewaltsame Auseinandersetzungen befürchtet

Insgesamt werden etwa 30.000 Akkreditierungen ausgegeben. Außer den Sicherheitskräften wurde für alle Fälle auch Medizinpersonal mobilisiert, das sich mit biologischen und chemischen Waffen auskennt. Dutzende Krankenwagen und sieben Rettungshubschrauber stehen ebenfalls bereit. Die Behörden befürchten zudem gewaltsame Auseinandersetzungen bei Protesten gegen den Gipfel. Für Samstagnachmittag ist in Giardini Naxos in unmittelbarer Nähe von Taormina eine Demonstration mit bis zu 4000 Teilnehmern angemeldet. (afp/red)