Berlin - Der Sprecher der Bundesjustizministerin hatte am Montag einen schweren Stand. Er sprach in der Bundespressekonferenz von einem „Missverständnis“ sowie davon, dass es „kein autorisiertes Statement“ von Katarina Barley gegeben habe, das die daraufhin geäußerte Kritik rechtfertigen würde. Dies habe sie auch ihrem spanischen Amtskollegen in einem Telefonat mitgeteilt, fügte der Sprecher auf Befragen spanischer Korrespondenten hinzu. Das alles war notwendig geworden, weil die SPD-Politikerin knapp einen Monat nach ihrem Amtsantritt einen kleinen Eklat ausgelöst hatte. Da half nur eine Notbremse.

Barley war von der Süddeutschen Zeitung am Samstag mit den Worten zitiert worden, die Entscheidung der Richter in Schleswig über die Freilassung des ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont, der sich seit Freitag in Berlin aufhält, sei „absolut richtig“ gewesen. Das Gericht war zu dem Schluss gekommen, dass der von zentralspanischen Stellen erhobene Vorwurf der Rebellion nicht bewiesen werden könne. Der zweite Vorwurf, jener der Untreue, müsse noch geprüft werden, so das Gericht weiter. Barley soll dazu gesagt habe, den entsprechenden Nachweis zu führen, werde ebenfalls „nicht einfach sein“. Gelinge es nicht und werde der Haftbefehl komplett aufgehoben, „dann ist Puigdemont ein freier Mann in einem freien Land – nämlich in der Bundesrepublik“. Das klang ein bisschen so, als sei Spanien kein freies Land.

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