Statt Wehrdienst: CSU schlägt Pflicht zum „Deutschland-Praktikum“ vor

Berlin - Die CSU schlägt ein verpflichtendes „Deutschland-Praktikum“ für Auszubildende und Studenten vor. Das steht in einem Positionspapier, das der CSU-Parteivorstand am heutigen Montag beschließen will und der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt.

Die SZ zitiert aus dem vierseitigen Entwurf: „Wir wollen darüber hinaus die Einführung eines staatsbürgerlichen Deutschland-Praktikums während der Ausbildungszeit, das bei staatlichen, sozialen, ökologischen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen oder der Bundeswehr absolviert werden kann.“

Über Dauer und Länge eines solchen Praktikums ist nichts bekannt. Es soll sich aber an alle Geschlechter wenden. Es ginge darum, der jungen Generation einen wertvollen Einblick in Berufe, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung seien, zu ermöglichen, erklärte der stellvertretende CSU-Generalsekretär Florian Hahn der Zeitung. „Das Deutschland-Praktikum stärkt den Staatsbürger, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und unser Land.“

Wehrpflicht soll nicht durch die Hintertür wiedereingeführt werden

Die Wehrpflicht war im Sommer 2011 ausgesetzt worden. Sie solle jetzt auch nicht durch die Hintertür wieder eingeführt werden, sagte Hahn der SZ.

Vom Praktikum sollen vielmehr staatliche und zivilgesellschaftliche Einrichtungen profitieren, aber auch die Bundeswehr. Jeder Auszubildende gewinne „die konkrete Erfahrung, etwas Wertvolles für sein Land geleistet zu haben“.

Eigentlich heißt das Positionspapier „Bekenntnis zu Bundeswehr und Bündnissen“ und soll das Ansehen der Bundeswehr innerhalb der Gesellschaft stärken. Die Wertschätzung müsse sich auch in der finanziellen Absicherung ausdrücken, heißt es. (rnd)