Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Foto: Britta Pedersen/zb/dpa

Berlin Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stimmt die Bürger wegen der Corona-Krise auf weitere schwierige Wochen ein. Abstand halten sei "das Gebot der Stunde" - diese Stunde dauere allerdings keine 60 Minuten, sondern "womöglich Wochen", sagte Steinmeier in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. Gewohnte Treffen und Besuche seien derzeit nicht möglich. "Darauf zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir." Die Nachrichtenagentur AFP fasst das Gesagt zusammen.

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„Solidarität heißt jetzt: physisch Abstand halten – und einander doch näher sein als je zuvor.“ Auf unsere Solidarität kommt es in dieser Zeit besonders an, sagt Bundespräsident Steinmeier und dankt allen, die jetzt füreinander einstehen. Er betont auch die internationale Dimension der Solidarität: „Unsere Zukunft liegt nicht in Abschottung voneinander, sondern in geteiltem Wissen. So kann aus einem geteilten Leid eine gemeinsame Zukunft werden. Bündeln wir weltweit alles Wissen und alle Erfahrung, alle Kreativität und Energie! Das ist mein Appell. Darein setze ich meine Hoffnung.“ +++ ‘At this time, solidarity means: keeping a physical distance – and yet being closer to each other than ever before.’ Our solidarity is particularly important during this time, says Federal President Steinmeier, and he thanks everyone who takes care of each other now. He also emphasises the international dimension of solidarity: ‘Our future does not lie in sealing ourselves off from each other. On the contrary, we have to share our knowledge. This can transform shared suffering into a shared future. Let’s pool all the knowledge and experience, all the creativity and energy around the world! That is my appeal. I am centring my hopes on this.’ #corona #covid19 #solidarität #solidarity #gemeinsamgegencorona #gemeinsamstark #zusammenhalt #zusammensindwirstark #bundespräsident #steinmeier

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Jedoch könne nur dieser Verzicht verhindern, "dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben", mahnte Steinmeier. "Die überwältigende Mehrheit in unserem Lande hat das verstanden und handelt danach. Dafür danke ich Ihnen."

Solidarität sei derzeit "existenziell wichtig", betonte der Bundespräsident. Viele Menschen handelten danach und gingen etwa für ältere Nachbarn einkaufen oder hängten Lebensmitteltüten für Obdachlose an "Gabenzäune". "Sie alle, Sie sind die Heldinnen und Helden in der Corona-Krise", lobte Steinmeier. Mit einigen habe er in den vergangenen Tagen telefoniert.

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Nach Angaben des Bundespräsidialamts führt Steinmeier derzeit "zahlreiche" Telefonate mit Bürgern, "die in der Corona- Krise besonders gefordert sind". Dazu zählten etwa Pfleger, Ärztinnen, Sozialarbeiter, Lehrerinnen und Supermarktmitarbeiterinnen. "In den Gesprächen informiert sich der Bundespräsident über die aktuellen Erfahrungen in ihrem Alltag, über ihre jeweiligen Herausforderungen und Probleme." Außerdem danke er den Menschen für ihr Engagement.

In seiner Videobotschaft betonte Steinmeier außerdem, wie wichtig internationale Solidarität und Zusammenarbeit seien. "Das Virus hat keine Staatsangehörigkeit, und das Leid macht nicht vor Grenzen halt. Aber ebenso wenig sollten wir es tun."

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Steinmeier verwies unter anderem auf grenzüberschreitende Forschungskooperationen zur Suche nach Impfstoffen und Therapieansätzen gegen das Coronavirus. "Bündeln wir weltweit alles Wissen und alle Erfahrung, alle Kreativität und Energie! Das ist mein Appell", sagte er. "Darein setze ich meine Hoffnung."

Die Videobotschaft wurde auf Steinmeiers Internetseite www.bundespräsident.de sowie den Plattformen Instagram und Facebook veröffentlicht. Bereits vor zehn Tagen hatte sich das Staatsoberhaupt in dieser Form zur Corona-Krise geäußert. Laut Bundespräsidialamt sind regelmäßige Stellungnahmen Steinmeiers per Videobotschaft geplant.

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