Nach dem Tod von Ex-Bundespräsident Walter Scheel haben sich zahlreiche Politiker aus Deutschland zu Wort gemeldet.

Wir haben einige Stimmen gesammelt.

Angela Merkel

„Er war ein überaus populärer Bundespräsident, der viele Menschen beeindruckt hat“, sagte die Bundeskanzlerin bei einem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Scheel habe Deutschland geprägt durch seine Bundespräsidentschaft und sei auch ein „erfolgreicher Außenminister über eine lange Zeit“ gewesen.

Auch der estnische Regierungschef Taavi Rõivas brachte sein Mitleid über Scheels Tod zum Ausdruck.

Michael Müller

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat Alt-Bundespräsidenten Walter Scheel als „einen der maßgeblichen Architekten der Ost- und Entspannungspolitik“ gewürdigt. Als Außenminister im Kabinett von Willy Brandt (SPD) habe sich Scheel vehement für die Aussöhnung mit den Staaten und Völkern Osteuropas eingesetzt. Dadurch habe er dem damals geteilten Berlin sehr geholfen.

Scheel (FDP) war seit 1978 Berliner Ehrenbürger. „Wir werden sein Wirken nicht vergessen und ihm ein ehrendes Angedenken bewahren“, betonte Müller.

Christian Lindner

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat Walter Scheel als großen Liberalen gewürdigt. Er „hat als Parteivorsitzender, als erster Entwicklungsminister, als Außenminister und Vizekanzler sowie als Bundespräsident Spuren hinterlassen“. Der FDP-Ehrenvorsitzende habe den Mut gehabt, „mit Willy Brandt eine sozialliberale Koalition zu begründen, die durch die neue Ostpolitik und mehr gesellschaftliche Liberalität ein neues Kapitel für Deutschland aufgeschlagen hat“.

Europas Zusammenwachsen sei auch Scheel zu verdanken, erklärte Lindner weiter. „Sein Name bleibt verbunden mit der Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die Gemeinschaft der Vereinten Nationen.“ Bis vor wenigen Jahren sei er „unserer Partei auch bis in sein hohes Alter aktiv verbunden“ gewesen. „Und wir haben von seinem Rat profitiert. ... Wir werden ihn nicht vergessen.“

Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Ost- und Europapolitik seines verstorbenen Vorgängers Walter Scheel gewürdigt. „In seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundespräsident, hat Ihr Mann Großes geleistet“, schrieb Gauck nach Angaben des Präsidialamtes am Mittwoch an Scheels Witwe Barbara. „Die Einigung Europas voranzutreiben, lag ihm besonders am Herzen.“ Früh habe er die Bedeutung einer europäischen Integrationspolitik für Deutschland erkannt. „Mit seiner Ost- und Europapolitik hat er sich bleibende Verdienste für die Verständigung und Versöhnung auf unserem Kontinent erworben“, schrieb Gauck. Die Nachricht vom Tode Scheels erfülle ihn mit tiefer Trauer.

Stanislaw Tillich

Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat Altbundespräsident Walter Scheel als Brückenbauer zwischen Politik und Bürgern gewürdigt. Auch nach seiner aktiven politischen Zeit sei Scheel ein „überzeugter und überzeugender Europäer und deutscher Weltbürger“ geblieben, der sich für internationale Belange genauso wie für Kunst und Kultur engagiert habe, sagte der sächsische Ministerpräsident am Mittwoch in Dresden. „Deutschland hat einen Liberalen der ersten Stunde und Staatsmann verloren“, sagte Tillich. (red/dpa)