Generationen von Kindern in Deutschland kennen den Teddy-Bär und seine Spielkameraden „mit Knopf im Ohr“. Doch der Plüschtierhersteller Steiff aus dem württembergischen Giengen kann nicht für sich allein das Recht beanspruchen, bei seinen Teddys und anderen Tieren mitten im Ohr einen Metallknopf oder ein Stofffähnchen anzubringen. Das hat das Gericht der Europäischen Union am Donnerstag in Luxemburg entschieden.

Nach Ansicht der Richter unterscheidet sich dies nicht genügend von anderen Spielsachen, die ebenfalls oft Knöpfe oder kleine Schilder tragen. Der Kunde könne deshalb nicht unmittelbar vom Knopf auf den Hersteller Steiff schließen.

Damit hat der Traditionshersteller eine juristische Niederlage erlitten. Steiff hatte beim Europäischen Markenamt den europaweiten Schutz beantragt für einen „glänzenden oder matten, runden Metallknopf, der im mittleren Bereich des Ohrs eines Stofftiers angebracht ist“ sowie für das daran befestigte Stofffähnchen. Die Behörde lehnte ab und bekam nun vor Gericht Recht.

Den berühmten Metallknopf tragen die Stofftiere des Traditionsherstellers übrigens seit dem 1. November 1904 im Ohr. Auf die Idee zum Knopf kam einst Margarete Steiffs Neffe Franz, um die Produkte von der Konkurrenz abzuheben und um auf den Qualitätsanspruch der Firma hinzuweisen. Der Knopf ist bald zum Markenzeichen von Steiff geworden; alle Tiere haben ihn – selbst die ohne Ohren. Bei denen kommt der Knopf eben an eine Flosse oder an einen Flügel.

Nach eigenen Angaben hat Steiff sich dieses berühmte Markenzeichen bereits 1904 als registrierte Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen. Der besondere Platz mitten im Ohr sei in Deutschland und in mehreren anderen Ländern bereits geschützt, um die Marke vor Nachahmern zu bewahren.

Gegen das Urteil vor dem Gericht der Europäischen Union kann das Unternehmen nun bei der nächsthöheren Instanz, dem Europäischen Gerichtshof, Rechtsmittel einlegen. Steiff teilte auf Anfrage mit, man werde zunächst die schriftliche Begründung des Urteils abwarten und dann über weitere Schritte entscheiden. (AFP, dpa)