Köln - Die Posse ist beendet, Bogdan Ionescu bekommt sein Geld zurück – und zwar den vollen Betrag von 25 Euro. „Die Polizei Köln entschuldigt sich vielmals bei Herrn Ionescu für alle Unannehmlichkeiten“, sagte Pressesprecher Carsten Möllers. Das wolle Polizeipräsident Wolfgang Albers dem Radfahrer in Kürze auch in einem persönlichen Gespräch mitteilen. Möllers: „Es handelt sich um einen Fehler unserer Behörde.“

Den Fehler hatte die Polizei Ende März begangen. Damals brummte ein Polizist dem körperbehinderten Kölner ein Verwarngeld von 25 Euro auf, weil das Fahrrad keine rechte Handbremse hat. Das sei ein Verstoß gegen die Vorschrift, sagte der Polizist damals. Ionescu hat allerdings keinen rechten Arm und hatte deshalb die Handbremse für das Hinterrad extra von der rechten auf die linke Lenkerseite umgebaut. Schließlich verlangt das Gesetz, dass Körperbehinderte eigenverantwortlich Vorsorge treffen, um am Verkehr teilnehmen zu dürfen. Der Polizist hielt an seiner Auffassung fest, weil dem Rad eine Handbremse für das Vorderrad fehlte. Der Beamte lag falsch. Wie die Behörde jetzt bestätigte, war das Rad vollkommen verkehrssicher.

Nach der Berichterstattung am Sonnabend im Kölner Stadt-Anzeiger reagierte die Behörde am Montag zügig. Vom Tisch ist auch der nachträglich erhobene Vorwurf, Ionescu habe angeblich zudem kein Licht am Fahrrad gehabt. Ein Abteilungsleiter aus der Polizeidirektion Verkehr hatte Ionescu noch vorige Woche in einem Telefonat angeboten, das Verwarngeld wegen der vermeintlich fehlenden Bremse fallen zu lassen und ihm fünf Euro zurückzuerstatten; denn auf den 20 Euro Strafe für die angeblich mangelhafte Beleuchtung müsse man bestehen. Ionescu dagegen beteuerte, er habe seit jeher einen Dynamo am Rad und zwei funktionierende Lampen. Der Polizist hätte das bei der Kontrolle im März im Übrigen auch gar nicht beanstandet.

„Verwarngelder miteinander zu verrechnen, ist in unserer Behörde unüblich und unzulässig“, betonte Möllers. „Wir können nur hoffen, dass so etwas nicht wieder vorkommt.“

Bogdan Ionescu war am Montagnachmittag erleichtert, die Entschuldigung will er gerne annehmen. „Das sind tolle Nachrichten, ich bin sehr erfreut.“ Die Angelegenheit habe ihm seit Wochen schwer im Magen gelegen. Er sei frustriert gewesen und habe sich diskriminiert gefühlt. „Dass das jetzt alles so endet, finde ich unglaublich gut“, sagte er. Jetzt muss er nur noch seine Kontonummer für die Rückbuchung angeben.

Am Montag war er vorwiegend damit beschäftigt, Medienanfragen zu beantworten. Fernsehsender, Zeitungen und Radioreporter aus ganz Deutschland hatten sich bei ihm gemeldet, um über den einmaligen Vorgang zu berichten. Selbst Freunde aus den Niederlanden riefen an. Und auch in der Kölner Oper schlug sein Fall hohe Wellen: Ionescu arbeitet für die Bühnen der Stadt Köln, bei den Vorführungen von „L’elisir d’amore“ am Wochenende kontrollierte er die Eintrittskarten und verkaufte Programmhefte. „Immer wieder haben mich Gäste angesprochen. Sie sagten, sie würden mein Gesicht aus der Zeitung kennen und haben mir Mut gemacht. Das war Wahnsinn“, erzählt er.