Berlin - Schwarzfahren kostet seit mehr als zehn Jahren unverändert 40 Euro. Das soll sich nun ändern. Die bayerische Staatsregierung hat sich des Falles von Preisstabilität an unerwünschter Stelle angenommen und eine Bundesratsinitiative beschlossen, wonach das erhöhte Beförderungsentgelt, unter Fachleuten auch gern Ebe genannt wird, steigen soll auf – na, das fällt nun nicht mehr schwer zu raten: auf 60 Euro. Das ist immerhin ein Zuschlag um   50 Prozent!  

Aber nun ja, der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann verweist wohl nicht ganz zu Unrecht drauf, dass in den vergangenen Jahren Löhne, Gehälter und Fahrpreise doch spürbar gestiegen seien – ebenso wie die Zahl der Schwarzfahrer, jedenfalls in Bayern.  Dort hat sich die Zahl der Beförderungserschleichungen – was für ein wunderbares Wort, Abkürzung unbekannt – in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt!

Zentrale Regelung

Es gehe also darum, einerseits die Relation zwischen  Fahrpreis und Ebe (wir erinnern uns, was das heißt?) wieder herzustellen und andererseits den ehrbaren Fahrgast zu schützen, der ja am Ende die Zeche für die Einnahmeverluste durch die Umsonstfahrer zahlen müsse. „Höchste Zeit also, den Schwarzfahrern empfindlich auf die Füße zu treten“, erklärte der CSU-Minister. Das war wahrscheinlich übertragen gemeint, denn wenn die Kontrolleure das jetzt  wirklich täten, nun ja.

Interessant an der Sache ist übrigens, dass in unserem föderalen Staat Ebe ganz zentral  geregelt ist – egal ob München, Hamburg oder Berlin, Schwarzfahren kostet überall gleich viel.  Und weil auch alle die gleichen Probleme haben, sind die anderen Verkehrsminister dem Kollegen Herrmann aus Bayern  dankbar für seine Initiative, die nur so durch den Bundesrat rauschen wird.

Ab 2015 wird es teurer, liebe Schwarzfahrer. Aber das macht nichts – jedenfalls für jene, die  das  schon lange eingepreist haben.