Bis zu einer Brücke in Köpenick funktioniert die Beleuchtung, während der andere Teil der Stadt ohne Strom ist.
Foto: Julian Stähle/dpa

BerlinKöpenick, Februar 2019: Fast zwei Tage gab es in Teilen des Bezirks keinen Strom. Mehr als 30.000 Haushalte saßen im Dunklen. Es war ein Vorgeschmack auf einen stadtweiten Stromausfall, der unwahrscheinlich, aber möglich ist. Darauf muss Berlin vorbereitet sein: Der Senat will 2021 ein System von Katastrophenschutz-Leuchttürmen („Kat-L“) installieren.

Im Doppelhaushalt 2020/21 sind 1,3 Millionen Euro eingeplant, damit die Berliner künftig im Notfall an stationären und mobilen „Leuchttürmen“ lebenswichtige Hilfe und Informationen erhalten können.

Ohne Strom fällt die Wasserversorgung aus, Tankstellen und Geschäfte müssen schließen, Lebensmittel verderben im Kühlschrank. Internet, Telefon, Radio und Fernsehen fallen als Informationsquellen aus. U-Bahnen und Straßenbahnen stehen still.

Ein Katastrophenschutz-Projekt im Auftrag der Bundesregierung, an dem die Berliner Feuerwehr und der Bezirk Steglitz-Zehlendorf beteiligt waren, hat nun Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung auf einen großen Blackout in Berlin erarbeitet.

Auch Erste Hilfe soll in den Notfallstationen angeboten werden

Demnach sollen in 36 öffentlichen Gebäuden, die über eine Notstromversorgung verfügen, sogenannte „Kat-L“ eingerichtet werden. Dort sollen Bürger bei einem Stromausfall erfahren, wo es zum Beispiel Trinkwasserbrunnen gibt, wo Tankstellen in Betrieb sind und wo Lebensmittel verkauft werden.

Auch Erste Hilfe soll geleistet werden. Geplant ist zusätzlich, dass mobile „Kat-L“ in Kleinbussen stationiert und mit Generatoren ausgestattet werden, um zum Beispiel die Funkverbindung zu den Katastrophenschutzstäben der Bezirke, der zentralen Einsatzleitung und den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei sicherzustellen.

Amateurfunker sollen außerdem mit ihren batteriebetriebenen, im Auto einsetzbaren Funkgeräten in die amtliche Kommunikation einbezogen werden. Denn auch die Kommunikation von Feuerwehr und Polizei könnte ausfallen. Das Blackout-Notfallsystem, dessen Kosten nach Auskunft der Berliner Innenverwaltung noch nicht bekannt sind, soll im Jahr 2021 in Betrieb gehen.

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat unterdessen nach dem Stromausfall von Februar dieses Jahres das zerstörte Stromkabel an das Museum Köpenick übergeben. Es sei dort ab sofort als Ausstellungsstück zu sehen, hieß es am Mittwoch in einer Bezirksmitteilung.

Das zerstörte Stromkabel ist ab sofort im Museum Köpenick zu sehen.
Foto: Brigitte Hadyk

Das Stromkabel war am 19. Februar bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke so stark beschädigt worden, dass um 14.07 Uhr das Licht in Köpenick, Müggelheim, Grünau, Bohnsdorf und Teilen Lichtenbergs ausging. Der Blackout war der größte und längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg.