Berlin - Umwelt- und Klimaschutz bleiben für die Menschen in Deutschland auch in der Corona-Krise ein wichtiges Thema, für einige hat es sogar an Bedeutung gewonnen. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zum Umweltbewusstsein 2020, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), am Donnerstag vorstellten.

Demnach halten 65 Prozent der Menschen hierzulande Umweltschutz für ein wichtiges Thema, beim Klimaschutz sind es 70 Prozent. Beide Werte entsprechen etwa den Angaben von vor der Corona-Pandemie. Für 16 Prozent der Befragten habe der Klimaschutz während der Corona-Krise sogar an Bedeutung gewonnen, sagte Schulze bei der Präsentation der Studie.

74 Prozent der Befragten gaben außerdem an, sich „sehr“ oder „ziemlich“ für die Themen Klimaschutz und Klimawandel zu interessieren. Fast 80 Prozent sehen menschliches Handeln als Ursache für den Klimawandel.

Umweltbundesamt: Die Gesellschaft ist bereit für Veränderungen

UBA-Präsident Messner sagte, die Studie sei ein Zeichen für die Akzeptanz der Bevölkerung was die Umsetzung von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen angeht. Die stabilen Werte zeigten „ein robustes Umweltbewusstsein“, es handele sich nicht um eine Momentaufnahme. „Das heißt auch, dass die Gesellschaft bereit ist für notwendige Transformationen.“ Vor allem habe sich die Überzeugung durchgesetzt, dass Umwelt- und Klimaschutz Grundlage für wirtschaftlichen Fortschritt sind, sagte Messner.

Laut Studie sind 80 Prozent der Befragte der Ansicht, dass es im eigenen Interesse Deutschlands liege, beim Klimaschutz voranzugehen, da dies Arbeitsplätze schaffe und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärke. 76 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die deutschen Klimaschutzziele ehrgeiziger sein sollten.

Mehrheit spricht sich für ein Tempolimit aus

Eine Mehrheit von 64 Prozent sprach sich außerdem für die Einführung eines Tempolimits von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen aus, Frauen befürworteten die Geschwindigkeitsbegrenzung häufiger als Männer. 21 Prozent der Befragten steht der Maßnahme allerdings nach wie vor kritisch gegenüber. Svenja Schulze sagte, es sei nun auch Aufgabe des Verkehrsministeriums, für eine entsprechende Maßnahme zu werben.

Die Umweltbewusstseinsstudie wird seit 1996 im Zweijahresrhythmus erhoben. Für die aktuelle Auflage wurden im November und Dezember 2020 mehr als 2100 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren befragt.