+++Terroranschläge in Paris+++

+++Krieg in der Ukraine+++

+++Griechenlandkrise+++

+++IS zerstört und mordet+++

+++Generalbundesanwalt ermittelt gegen Journalisten.+++

+++Anti-Flüchtlingskrawalle in Heidenau

+++Lkw mit toten Flüchtlingen gefunden+++

+++Totes Flüchtlingskind am Strand+++

+++EU zerstritten+++

+++Wieder Anschläge in Paris+++

+++Kriegseintritt in Syrien+++

Man kann die Schlagzeilen aus dem Jahr 2015 hintereinander setzen.

Und gleich einmal Verzweifeln: das Jahr 2015 war ein Jahr des Terrors, der Flucht, der Radikalisierung, der schlechten Nachrichten.

Auch hierzulande: Deutschland hat eine unangenehme Seite gezeigt, eine pöbelnde, schlägernde, eine, die Meinungsfreiheit fordert, aber andere Meinungen nicht gelten lässt. Angst vor dem Fremden wird zu Aggression, die eine normale Auseinandersetzung nicht mehr möglich macht, weil das Gespräch verweigert wird, weil niedergebrüllt wird und persönliche Angriffe, verbal und körperlich, die Diskussion ersetzen. Widerspruch wird als Lüge denunziert.

Die Zahl der Anschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte ist gestiegen und führt die Behauptung ad absurdum, man müsse sich vor den Flüchtlingen fürchten, weil da ein Kultur- und Zivilsationsbruch, der Untergang des Abendlands, drohe. Vor wem man sich wirklich fürchten kann, sind Leute, die sich um ein „Rest-Deutschland“ Sorgen machen, zu dem man nicht gehören möchte.

Aber: Auch wenn sich daraus mit der AfD ein politischer Arm formiert. Die Mehrheit sind sie nicht. Sie sind eine laute, eine sehr laute Minderheit und weil sie wieder und wieder Grenzen überschreiten, sind und bleiben sie interessant für die Medien. Die, die sich beschweren, nicht wahrgenommen zu werden, sind überproportional Thema der Berichterstattung.

Flüchtlinge, G7 und die Griechenlandkrise

Die hohe Zahl der Flüchtlinge überrascht. Sie überrascht Politik, Verwaltung und Bürger. Die Überraschung zumindest der Profis zeugt von Kurzsichtigkeit oder Wegsehenwollen. Auch so kann eine Entwicklung zum Problem werden. Der Krieg in Syrien, die vollen Flüchtlingslager in den syrischen Nachbarländern, die panisch über das Mittelmeer Flüchtenden, all das ist nicht neu. Im Frühjahr kentert mal wieder ein Boot, es wird zur Nachricht, weil mehrere hundert Menschen ertrinken.

Das Bundesamt für Migration und Flüchltinge warnt. In den Behörden wird kein Personal aufgestockt, Unterkünfte früherer Jahre sind abgebaut. Beim G7-Gipfel in Elmau reden die Staats- und Regierungschefs vor schöner Kulisse übers Klima, faire Arbeitsbedingungen und Handelsschranken. Alles wichtige Themen, manch Fluchtgründe sind dabei. Es wäre eine gute Bühne gewesen, um über Syrien und die Folgen zu reden. Es bleibt ein Randthema. Russland ist vom Gipfel ausgeschlossen, als Disziplinarmaßnahme wegen des Ukraine-Konflikts.

Präsident Wladimir Putin sitzt die Sache aus, er blickt auf Syrien und Ende des Jahres ist eigentlich Konsens, dass man mit Putin wieder reden muss, weil der Syrien-Konflikt sonst noch aussichtsloser erscheint.

Überhaupt, der Faktor Zeit: Wer denkt zum Ende des Jahres noch an Giannis Varoufakis? Die Linkspartei Syriza übernahm im dahinsiechenden Griechenland die Regierung, wehrte sich gegen Auflagen, verzögerte Zahlungen. Als Feindbild schob sich Varoufakis nach vorne, mit Lederjacke, Hemd, Motorrad und Fletsche-Lächeln. Im Sommer, als es keine Fristen mehr gab, trat er zurück. Es war eine der wenigen Konzessionen, die der geschmeidigere Ministerpräsident Alexis Tsipras den drängenden Gläubigern machen konnte – im Nachhinein wirkt die Rollenverteilung äußerst geschickt. Varoufakis hat sich gerade nochmal selbst in Erinnerung gebracht, mit dem Bekenntnis, dass er Merkel sogar auch wählen würde, vielleicht zumindest. Aber das war es schon. Griechenland geht es noch nicht wirklich gut.

Aber mittlerweile ist vermutlich sogar der ein oder andere vehemente Gegner des Griechenland-Rettungskurses in Deutschland froh, dass Griechenland noch den Euro hat, und nicht durch einen Ausstieg im kompletten Chaos gelandet ist.