Im Fall des vermissten Flüchtlingsjungen Mohamed Januzi haben die Sicherheitsbehörden offenbar eine brauchbare Spur. Der vier Jahre alte Junge ist seit einer Woche verschwunden.

Jetzt tauchte ein Video aus einer Überwachungskamera auf, auf dem ein Unbekannter zu sehen ist, der das Kind vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in der Turmstraße in Moabit entführt. Da die Polizei eine Straftat nicht mehr ausschließt, hat eine Mordkommission die Ermittlungen übernommen.

Es soll sich um einen zwischen 35 und 50 Jahre alten großen deutschen Mann mit Brille und Bart handeln, der den Jungen mitnahm. Er habe ihren Sohn an der einen und eine Puppe an der anderen Hand gehabt, hatte die Mutter ausgesagt. Sie hat das Video bereits gesehen und ihr Kind identifiziert. Mittlerweile sind schon 30 Hinweise zur Tat bei der Polizei eingegangen, teilte ein Sprecher am Freitag mit.

Kurzzeitig hatten Polizisten die Entführungsversion der Familie angezweifelt. Sie hatten es für möglich gehalten, dass die Frau mit ihren Aussagen womöglich eine Abschiebung in ihr Heimatland Bosnien Herzegowina verhindern wollte.

Bereits am Mittwoch hatten mehr als 20 Polizisten noch einmal das Lageso-Gelände nach dem Kind abgesucht. Einer der drei Mantrailer, das sind spezielle Personensuchhunde, hatte eine Duftspur des Jungen aufgenommen. Die Suche blieb jedoch erfolglos. Insgesamt gingen bisher 18 Hinweise bei der Polizei zum Aufenthaltsort des Jungen ein. Hinweise nimmt weiterhin jede Polizeidienststelle entgegen.