BerlinDer Tag, an dem Susanne Hennig-Wellsow, Parteivorsitzende und Fraktionschefin der Thüringer Linken, bundesweit bekannt wurde, war der 5. Februar 2020. Damals ließ sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Kemmerich mit den Stimmen der AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten wählen. Hennig-Wellsow bezeichnete diesen Tabubruch als „einen Pakt mit dem Faschismus“. Als Reaktion darauf warf sie Kemmerich den Blumenstrauß vor die Füße, der ihm eigentlich zum Glückwunsch überreicht werden sollte. Eine spontane Reaktion, die sie noch heute für richtig hält. „In einer solchen Situation zum Protokoll überzugehen, wäre falsch gewesen“, sagt Hennig-Wellsow der Berliner Zeitung.

Nun drängt es die 43-Jährige an die Spitze der Bundespartei. Auch Janine Wissler, Fraktionsvorsitzende der Linken in Hessen, verfolgt dieses Ziel. Beide Politikerinnen wollen sich auf dem dezentralen Bundesparteitag der Linken im Februar zur Wahl stellen. Sollten sie sich durchsetzen, wonach es aussieht, wäre die Linke die erste deutsche Partei mit rein weiblicher Doppelspitze. Während Wissler zum linken regierungsskeptischen Flügel ihrer Partei zählt, sieht Hennig-Wellsow nach 30 Jahren Einheit die Chance gekommen, auch im Bund mitzuregieren.

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