1994 wurde Berlin aus dem Arbeitgeberverband des öffentlichen Dienstes ausgeschlossen, weil der Senat damals die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Ostteil der Stadt schneller an die ihrer Kollegen im Westteil angleichen wollte als dies nach TdL-Tarifverträgen möglich gewesen wäre. Fast 20 Jahre und zahllose Tarifkonflikte später endet nun diese Sonderrolle. Berlin entwickelt sich weiter in Richtung Normalität.

Für Ulrich Nußbaum ist dieser formale Schritt vor allem deshalb so erfreulich, weil er selber politisch wichtiger wird. Klaus Wowereits Kassenwart ist erst seit der Bildung des rot-schwarzen Senats vor einem Jahr für die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zuständig, bisher war es immer der Innensenator.

Nun kann Nußbaum auch auf Bundesebene ein Wörtchen mitreden, wenn die TdL mit den Gewerkschaften Einkommenssteigerungen oder Arbeitszeiten aushandelt. Wie es sich für die deutsche Hauptstadt gehört. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Rückkehr in die Tarifgemeinschaft auch für die öffentlich Bediensteten erfreulich ist. Das chronisch klamme Berlin gehört bekanntlich nicht zu den spendabelsten aller Bundesländer.