Viel zu sehen gab es von Baby Archie bisher nicht. Ein kurzer Auftritt wenige Tage nach der Geburt Anfang Mai und ein Instagram-Foto, auf dem nicht viel vom Kind von Prinz Harry (34) und seiner Frau Meghan (37)zu erkennen ist. Schon da gab es Knatsch bei den Fans: Zeigt uns endlich das ganze Baby, schrieb zum Beispiel ein Nutzer zu dem Bild.

„Natürlich gibt es ein großes Schutzbedürfnis bei Harry, das kann man ja mit seiner Familiengeschichte erklären. Aber das geht etwas weit“, sagt Adelsexpertin Leontine Gräfin von Schmettow. Das Paar, dem bei der Hochzeit noch große Sympathie entgegen gebracht wurde, müsse aufpassen, dass die Stimmung nicht umschlägt.

Nun wird Archie Harrison Mountbatten-Windsor an diesem Samstag getauft – hinterverschlossenen Türen. Voraussichtlich will der Palast offizielle Fotos nach der Taufe herausgeben.
Anders als sonst gibt es keinen öffentlichen Termin vor oder nach der Taufe. In der Bevölkerung komme das gar nicht gut an. „Gerade erst wurde Harry und Meghans Anwesen Frogmore Cottage für viel Geld renoviert, der Steuerzahler erwartet ein Geben und Nehmen“, so von Schmettow.

Entfremdung von William und Kate?

Harry und Meghan sind dafür bekannt, mit Traditionen zu brechen – und setzen sich damit auch zunehmend von Harrys Bruder William und seiner Frau Kate ab. Die ließen die Öffentlichkeit zumindest teilweise an den Taufen ihrer Kinder teilhaben.

Überhaupt gibt es Anzeichen, dass sich die beiden Paare voneinander entfernen – was umso erstaunlicher ist, da die beiden Brüder zuvor als unzertrennlich galten. So sind Harry und Meghan aus der gemeinsamen Stiftung mit William und Kate ausgestiegen und wollen offenbar eine eigene gründen.

Auch der Social-Media-Auftritt der Paare wurde getrennt. Der einst gemeinsame Twitter-Account wird nun nur noch im Namen von Kate und William geführt. Harry und Meghan sind jetzt ausschließlich auf Instagram vertreten. Presseanfragen werden nicht mehr vom selben Team beantwortet.

Der größte Schnitt: Harry und Meghan leben seit diesem Frühjahr nicht mehr mit William und Kate auf dem Gelände des Kensington-Palasts in London – sie wohnen jetzt in Windsor im Frogmore Cottage. Die offizielle Begründung: Dort hätten sie mehr Platz als Familie.

Es scheint so, als wolle Harry ganz bewusst seinem Bruder, dem Thronfolger, die prominentere Rolle überlassen und sich ganz auf seine Familie konzentrieren – vielleicht in Gedenken an seine Mutter Diana, die unter der Verfolgung durch die Öffentlichkeit extrem gelitten hat. Und er möchte offensichtlich seiner Frau wenigstens einen Teil ihres gewohnten Umfelds bewahren. So feierte sie im Februar vor der Geburt eine Luxus-Babyparty in New York mit Freundinnen wie Serena Williams.

Die Clooneys und die Beckhams erwartet

Wie auf der Hochzeit wird auch bei der Taufe ein Mix aus der Königsfamilie, Hochadel und Promis aus dem Showgeschäft erwartet. Auch diesmal wird spekuliert, dass Amal und George Clooney oder Victoria und David Beckham dabei sein könnten. Auch ehemalige Schauspiel-Kollegen von Meghan aus der US-Serie „Suits“ könnten unter den Gästen sein.

Während Kinder aus ganz normalen Familien in der Regel zwei Taufpaten haben, sind es bei Königs meist deutlich mehr – etwa vier bis sieben, in der Regel keine Verwandten, sondern Freunde. Bei Meghan und Harry soll das allerdings privat bleiben, vermutlich wird die Öffentlichkeit gar nicht erfahren, wer die Paten sind.

Zwei Dinge stehen allerdings fest: Nach Angaben einer Sprecherin des Palasts soll Archie in einer Kirche auf Schloss Windsor von dem Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, getauft werden. Er hatte auch Harry und Meghan getraut und im vergangenen Jahr Prinz Louis getauft.

Bleibt abzuwarten, was Archie zur Feier des Tages trägt. Bis 2004 hatten alle Babys der Königsfamilie ein und dasselbe Taufkleid. Das hatte Königin Victoria 1841 nähen lassen. Weil das alte Kleid drohte, sich langsam aufzulösen, wurde eine Replik angefertigt. Diese trugen auch die Kinder von Kate und William. „Normalerweise wird außerdem immer mit geweihtem Wasser aus dem Jordan getauft“, sagt von Schmettow.

Die Queen hat andere Termine

Berichten zufolge wird die Queen bei der Feier für ihr achtes Urenkelkind nicht dabei sein – sie hat schon etwas anderes vor. Ein Zeichen oder gar ein Affront sei das aber nicht, erklärt die Expertin. „Die Queen war auch im vergangenen Jahr bei der Taufe von Prinz Louis nicht dabei. Sie hat einfach sehr langfristig geplante Verpflichtungen. Sie stellt die Verpflichtung über Privates.“ So ist die Tradition. (mit dpa)