Köln - Die Modekette Urban Outfitters hat erneut für einen Skandal gesorgt. Ein Teppichdesign erinnert an Kleidung, die KZ-Häftlinge zur eindeutigen Kennzeichnung tragen mussten. Ein rosafarbenes Dreieck auf blau-grau gestreiftem Grund gehörte zu der Symbolik, die die Nazis in den Konzentrationslagern nutzten, um die Häftlinge Gruppen zuzuordnen. Mit diesem sogenannten „Rosa Winkel“ wurde jeder gekennzeichnet, der als homosexuell gebrandmarkt und aufgrund dessen in die Lager verschleppt wurde.

Der Vorsitzende der „Anti-Defamation League“, einer der führenden Organisationen gegen Antisemitismus und die Diskriminierung von Juden, schrieb an Urban Outfitters, dass dieses Design als unsensibel und verletzend aufgenommen werde. Ob die Übereinstimmung beabsichtigt sei oder ein Versehen, spiele keine Rolle.

Problemfall Nazisymbolik

Es ist nicht das erste Mal, dass Kleidungsstücke der Kette mit einem problematischen Design für Aufsehen sorgen. 2012 gab es scharfe Kritik an einem T-Shirt mit einem Davidstern, den die Nazis zur Stigmatisierung der jüdischen Bevölkerung nutzten. Dieses war angeblich nicht zum Verkauf bestimmt.

Auch die Modekette Zara führte kurzzeitig ein T-Shirt im Streifenlook mit aufgenähtem gelbem Stern. Hier wurde sofort gefordert, das Stück aus dem Sortiment zu nehmen, da es an KZ-Kleidung erinnere. Zara kam dem nach und entschuldigte sich für die Kontroverse.

Blutiges Design schockiert

Losgelöst von den offensichtlichen Ähnlichkeiten mit Kleidungsstücken, die Opfer des Nationalsozialismus gezwungen waren zu tragen, sorgte auch ein Sweatshirt von Urban Outfitters für Schlagzeilen. Dieses zeigte neben dem Logo der „Kent State University“ realistisch gestaltete Blutflecken. Das gesamte Produkt sieht aus, als sei es in Blut getränkt worden. Dass es im Mai 1970 an besagter Uni mehrere Tote und Verletzte gab, nachdem die Nationalgarde das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten gegen den Vietnamkrieg eröffnete, gibt dem Ganzen eine makabre Wendung.

In diesem Fall zog man rasch Konsequenzen und verbannte das Produkt aus dem Angebot. Zudem entschuldigte man sich förmlich bei all denjenigen, die sich verletzt gefühlt hatten. Im Falle des an KZ-Häftlingskleidung erinnernden Teppichs stand laut ADL eine Stellungnahme der Firmenleitung bis Mittwoch Mittag noch aus.