Berlin - Die öffentlichen Debatte um Teilhabe, Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung wird von grotesken Kampfbegriffen verzerrt. „Genderwahn“ oder auch „Gendergaga“ schreien Diskutierende, denen die ganze Richtung nicht passt: Frauenquote, geschlechtergerechte Sprache, Strafen für Konversionstherapien, dagegen wird in den sozialen Medien erhitzt gestritten. Wer wagt, sich hier mit Sachargumenten einzumischen, wird sein blaues Wunder erleben: Teilnehmer überbieten sich gegenseitig mit steilen Meinungen; faktenbasierte Einwände und Erfahrungen werden bestenfalls mit Lach-Smileys bedacht oder ignoriert, Andersdenkende übel beschimpft.

Wir befinden uns in einer übel riechenden Filterblase, zum Greifen nahe wabert auf der einen Seite diejenige von Corona-Verharmlosern, auf der anderen die noch unappetitlichere der Flüchtlingsbeschimpfer. Gar nicht so selten schreien dieselben Leute zu allen drei Themen ihre vorgefertigte Meinung heraus. Überwiegend sind es Männer, politisch stramm rechts, vereint in der Verachtung der von ihnen so genannten Altparteien und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

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