London/Washington - Der älteste Sohn des US-Präsidenten Donald Trump hat nach dem Londoner Terroranschlag den Bürgermeister der Metropole kritisiert - und hat sich selbst Proteste eingeheimst. Donald Trump Jr. twitterte kurz nach dem Anschlag am Mittwoch einen Bericht der britischen Zeitung „The Independent“ vom vergangenen September. Dazu schrieb er: „Das ist wohl ein Scherz? Terroranschläge gehören zum Leben in einer Großstadt, sagt Londons Bürgermeister Sadiq Khan.“

In dem Bericht selbst wird Khan bei einem Besuch in New York zitiert: Er glaube, die Bedrohung durch Terroranschläge „gehöre zum Leben in einer Großstadt“ und man müsse vorbereitet sein. Er sprach wenige Tage, nachdem mehrere Bomben in New York und im angrenzenden Bundesstaat New Jersey explodiert waren. 

Der Tweet von Trump Jr. löste Empörung und scharfe Kritik aus. „Sie nutzen einen Terroranschlag auf unsere Stadt, um Londons Bürgermeister für Ihre eigenen politischen Ziele anzugreifen. Sie sind eine Schande“, twitterte ein britischer Abgeordneter.

Andere warfen ihm vor, er habe die Äußerungen des Bürgermeisters aus dem Zusammenhang gerissen, oder kritisierten, der Tweet erwecke den Anschein, Khan habe die Aussagen kurz nach dem Londoner Anschlag gemacht. 

Donald Trump Jr. ist das erste Kind des US-Präsidenten. Er leitet zusammen mit seinem Bruder Eric das Firmenimperium seines Vaters. (dpa)