Die Ereignisse vom Samstag zum Nachlesen.

+++00.01 Uhr: Tausende bei Nachtwache vor französischer Botschaft in Dänemark+++

Mehrere tausend Menschen haben am Sonntagabend in Kopenhagen an einer Gedenkfeier für die Opfer der Terroranschläge von Paris teilgenommen. Mit Kerzen und Fackeln versammelten sie sich zu einer Nachtwache vor der französischen Botschaft in der dänischen Hauptstadt. Unter ihnen war auch Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen.

Viele Menschen waren Blau-Weiß-Rot gekleidet. Kopenhagen war Mitte Februar ebenfalls von islamistischem Terror erschüttert worden. Bei Angriffen auf eine Synagoge und eine Veranstaltung mit dem Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks hatte ein Attentäter zwei Menschen getötet, bevor er bei einem Schusswechsel mit der Polizei selbst ums Leben kam.

+++23.36 Uhr: Von der Leyen: Syrischer Pass in Paris vermutlich gefälscht+++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält es für wahrscheinlich, dass der syrische Pass, der bei einem der toten Attentäter in Paris gefunden wurde, gefälscht ist. Es sei „sehr ungewöhnlich, dass sich ein Flüchtling bewusst in drei Ländern registrieren lässt“, sagte Leyen am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“ mit Blick auf das fragliche Dokument. „Es kann durchaus sein, dass da eine falsche Fährte gelegt wurde - bewusst.“

In Frankreich wird ebenfalls über eine Fälschung spekuliert. Ein Journalist der französischen Tageszeitung „Le Monde“ berichtete ohne Angaben von Quellen, Justizministerin Christiane Taubira habe hinter verschlossenen Türen gesagt, der Pass sei falsch.

+++23.03 Uhr: Schweigeminute in Europa in Gedenken an Opfer von Paris+++

In Europa soll am Montag an die Opfer der Terroranschläge vom vergangenen Freitag in Paris gedacht werden. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben alle Europäer in einer gemeinsamen Erklärung eingeladen, sich um 12.00 Uhr an einer Schweigeminute zu beteiligen. Das Gute sei stärker als das Böse, heißt es in dem Papier vom Wochenende. Die Staaten betonen darin, es werde alles Notwendige getan, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen.

+++22.01 Uhr: Frankreich fliegt massive Luftangriffe auf IS in Syrien+++

Nach den tödlichen Terrorangriffen von Paris hat die französische Luftwaffe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien massiv angegriffen. Die Bombardements richteten sich gegen die IS-Hochburg Al-Rakka, wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf das französische Verteidigungsministerium berichtete.
Dabei warfen französische Jagdflugzeuge zwanzig Bomben ab. Sie hätten eine Kommandostelle mit Waffen-und Munitionslager sowie ein Ausbildungslager zerstört, hieß es.

Frankreichs Luftwaffe fliegt bereits seit September 2014 als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Seit September dieses Jahres bombardierte Frankreich mehrfach auch Positionen in Syrien.

Die Verteidigungsminister Frankreichs und der USA hatten am Sonntag eine stärkere Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS vereinbart. Nach Pentagon-Angaben verständigten sich US-Verteidigungsminister Ashton Carter und sein Amtskollege Jean-Yves Le Drian in einem Telefonat auf „konkrete Maßnahmen“, die das Militär beider Seiten „zur Intensivierung der engen Kooperation ergreifen sollte“.

+++21.18 Uhr: Athen veröffentlicht Foto im Zusammenhang mit Paris-Anschlägen+++

Griechenland hat Name und Foto des Syrers veröffentlicht, dessen Pass die französischen Behörden in der Nähe der Leiche eines Selbstmordattentäters gefunden haben. Es handelt sich um Ahmad Almohammad, wie der für Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Athen bekanntgab. Er bestätigte Informationen vom Vortag, wonach der Syrer am 3. Oktober an Bord eines Bootes mit 198 Flüchtlingen auf der griechischen Insel Leros angekommen und als Flüchtling registriert worden war.

Anschließend soll der Mann weiter auf der Balkanroute nach Westeuropa gereist sein. Ioannis veröffentlichte ein Foto des Registrierdokuments des Mannes. Zudem seien auch seine Fingerabdrücke abgenommen worden. Damit könnten die Behörden in Frankreich den Mann identifizieren, hieß es. Der Mann war am 10. September 1990 in der syrischen Stadt Edlib geboren, wie es weiter heißt.

Der Pass war in der Nähe eines Mannes gefunden worden, der sich am Freitagabend am Stade de France in die Luft gesprengt hatte. Der Pariser Staatsanwalt François Molins hatte am Samstag gesagt, er gehöre einem Syrer, der im September 1990 geboren wurde. Ob es sich bei dem Attentäter um den Syrer handelt, ist nicht geklärt. Mouzalas erklärte weiter, dass nach den Terroranschlägen auf keinen Fall nun alle Migranten und Schutzsuchenden als mutmaßliche Terroristen gebrandmarkt werden dürften.

+++20.56 Uhr: Die Zahl der Toten bei den Anschlägen steigt auf 132. 42 Verletzte befinden sich immer noch auf der Intensivstation.+++

+++20.45 Uhr: Gabriel warnt vor mehr militärischem Engagement in Syrien+++

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat nach den Terroranschlägen in Paris vor einer Ausweitung des militärischem Engagements in Syrien gewarnt. „Wir haben ja gesehen, dass alles militärische Engagement der letzten Jahre und Jahrzehnte im Nahen Osten gerade zur Erweiterung der Gewalt und nicht zur Eindämmung geführt hat“, sagte der Vizekanzler am Sonntagabend im ZDF. „Erst mal dazu zu kommen, dass Waffenruhe der Bürgerkriegsparteien in Syrien herrscht und dann gemeinschaftlich gegen den IS zu kämpfen, das ist der richtige Weg“, fügte er hinzu.

Gabriel verwies auf die Syrien-Konferenz in Wien, bei der unter Beteiligung Deutschlands, Frankreichs, Russlands und den USA ein Zeitplan für eine Friedenslösung in Syrien beschlossen wurde. „Wir müssen die Stellvertreterkriege in Syrien beenden, um gemeinsam gegen den IS vorzugehen. Und dazu braucht man jetzt erst einmal die Mittel der Diplomatie und nicht mehr Waffen“, sagte der SPD-Politiker.

+++20.06 Uhr: „Möglicherweise noch Tätergruppe auf der Flucht“+++
Nach den verheerenden Terroranschlägen in Paris sind nach Informationen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière möglicherweise noch mehrere Täter auf der Flucht. „Am besorgniserregendsten ist die Information, dass möglicherweise noch eine Tätergruppe in Frankreich unterwegs ist“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF.

Deswegen sei es richtig, die Kontrollen an der Grenze zu Frankreich zunächst beizubehalten. Die belgische Justiz schrieb am Sonntag einen 26-jährigen Verdächtigen international zur Fahndung aus. Spuren hatten auch nach Belgien in die dortige Islamistenszene geführt. „Wir untersuchen mit Hochdruck alle möglichen Deutschland-Bezüge“, so de Maizière weiter. „Es wird jetzt jeder Stein umgedreht, ob es irgendeinen Bezug gibt.“

+++19.34 Uhr: Offenbar Anschlag in Istanbul am Freitag verhindert+++

Am Tag der Anschläge von Paris ist nach türkischen Angaben in Istanbul ein „großer“ Anschlag verhindert worden. Fünf Verdächtige seien am Freitag festgenommen worden, teilte ein Regierungsvertreter am Sonntagabend in Ankara mit. Bei einem Anschlag auf eine Friedensdemonstration am 10. Oktober in Ankara, zu dem sich wie In Paris die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt hatte, waren 102 Menschen getötet worden.

+++19.00 Uhr: Knall löst Massenpanik in Pariser Innenstadt aus+++

In Paris hat ein Knall am Sonntag eine Massenpanik in der Innenstadt ausgelöst. Es handelte sich nicht um den Schuss einer Waffe oder um eine Explosionen, sondern um den Knall einer durchgebrannten Glühbirne wie der Nachrichtensender N24 mitteilte. Der Place de la Republique war sofort geräumt worden.

+++18.50 Uhr: Polizei veröffentlicht nach Anschlag Fahndungsbild von Verdächtigem+++

Die französische Polizei hat nach den Anschlägen von Paris das Fahndungsbild eines Verdächtigen veröffentlicht und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Der 26-jährige Abdeslam Salah sei „gefährlich“, warnten die Behörden am Sonntagabend. Derweil teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass bislang die Leichen von drei der sieben Selbstmordattentäter identifiziert worden seien.

+++18.36 Uhr: Deutsches Opfer ist 28-Jähriger aus Bayern+++

Der bei der Anschlagsserie in Paris getötete Deutsche stammte aus Bayern. Es handle sich um einen 28 Jahre alten gebürtigen Münchner, der zuletzt in Oberammergau gelebt hat, sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums am Sonntagabend auf Anfrage in München. Nähere Angaben zu dem Mann lagen zunächst nicht vor. Nach ARD-Informationen zählte er zu den Opfern, die in einem der von den Terroristen beschossenen Cafés auf einer Terrasse saßen.

+++18:16 Uhr: Belgische Justiz schreibt Terrorverdächtigen zur Fahndung aus+++

Nach den Terroranschlägen von Paris ist ein Verdächtiger auf der Flucht. Die belgische Justiz schrieb im Zusammenhang mit den Ermittlungen eine Person international zur Fahndung aus, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Sonntag unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft berichtete.

+++18.09 Uhr: Hollande will Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern+++

Frankreichs Präsident François Hollande will den nach den Anschlägen verhängten Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf Parlamentskreise. Das Parlament müsste für eine Verlängerung über zwölf Tage hinaus ein Gesetz beschließen.

+++17.39 Uhr: Merkel: „Wir sind stärker als jeder Terrorismus“+++

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen der Bedrohung durch Extremismus nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel geschlossen entgegentreten. „Wir setzen hier beim G20-Gipfel ein entschlossenes Signal, dass wir stärker sind als jede Form von Terrorismus“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag nach einer ersten Diskussionsrunde der Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen im türkischen Belek.

In Frankreich gehe es nun darum, die Hintergründe der Anschlagserie aufzuklären. „Das sind wir vor allem den Opfern schuldig ... das sind wir aber auch unserer eigenen Sicherheit schuldig und das sind wir auch den vielen unschuldigen Flüchtlingen schuldig, die vor Krieg und Terrorismus fliehen“, sagte Merkel. Daher werde auch am Rande des Gipfels sehr intensiv über die Fluchtursachen gesprochen, zu denen der Krieg in Syrien und der Terror durch die Islamistenmiliz Islamischer Staat zählten.

+++17.10 Uhr: Weitere Details zu Attentätern bekannt: Drei Brüder verwickelt++

In die Anschläge von Paris waren nach Ermittlerangaben drei Brüder verwickelt. Einer sei bei den Attentaten selbst ums Leben gekommen, während sich ein zweiter derzeit in Belgien in Polizeigewahrsam befinde, verlautete am Sonntag aus Ermittlerkreisen in der französischen Hauptstadt. Beim dritten Bruder sei nicht klar, ob er einer der Selbstmordattentäter war oder auf der Flucht ist.

+++16.40 Uhr: Sieben Festnahmen in Belgien nach Pariser Anschlägen+++

Nach den Pariser Anschlägen haben die belgischen Behörden insgesamt sieben Verdächtige festgenommen. Ob sie mit den Ereignissen in Paris zu tun hätten, müsse noch ermittelt werden, teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Zwei der in Paris getöteten Attentäter hätten in Brüssel gelebt.

Über das Wochenende hat es mehrere Razzien der belgischen Polizei in Zusammenarbeit mit den französischen Behörden gegeben. Nach den Anschlägen waren in Paris zwei Autos mit belgischen Nummernschildern entdeckt worden, eines davon in der Nähe der von den Extremisten überfallenen Konzerthalle Bataclan.

+++15.05 Uhr: Länderspiel gegen die Niederlande findet statt+++

Die deutschen Fußball-Weltmeister werden nach SID-Informationen trotz der Terror-Anschläge von Paris zum letzten Länderspiel des Jahres gegen die Niederlande antreten. Das Duell wird am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) wie geplant in Hannover ausgetragen. Während des Länderspiels in Frankreich am Freitagabend (0:2) waren auch Sprengsätze in unmittelbarer Nähe des Pariser Stade de France detoniert. Daher hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Austragung intern infrage gestellt.

+++14.50 Uhr: Zwei Attentäter stammen aus Brüssel+++

Zwei der Pariser Attentäter stammen einem belgischen Fernsehbericht zufolge aus Brüssel. Der Sender RTBF beruft sich auf die Staatsanwaltschaft.

+++14.25 Uhr: Anti-Terror-Razzia in Molenbeek: Fünf Festnahmen bestätigt+++

Bei der Anti-Terror-Razzia im Brüsseler Stadtteil Molenbeek sind nach Angaben der Bürgermeisterin insgesamt fünf Personen festgenommen worden. „Es ist anzunehmen, dass es sich um ein Netzwerk handelt“, sagte Françoise Schepmans am Sontag dem Rundfunksender RTBF. Nähere Informationen gab sie allerdings nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte am Vorabend nach einer großen Polizeiaktion in Molenbeek bestätigt, dass eine Spur der Attentäter von Paris nach Belgien führt und von mehreren Festnahmen gesprochen. Die Ermittler verwiesen darauf, dass die Pariser Behörden in vier konkreten Fällen in Brüssel um Amtshilfe gebeten hätten. Unter anderem sei es dabei um Informationen zu einem in Belgien angemeldeten Mietwagen gegangen, der in der Nähe der Pariser Konzerthalle „Bataclan“ gefunden worden war.

+++14.06 Uhr: Bundespräsident Gauck spricht von Krieg+++

Bundespräsident Joachim Gauck hat nach den Anschlägen in Paris von einem „Krieg“ gesprochen. „Wir leben in Zeiten, in denen wir Opfer einer neuen Art von Krieg beklagen“, sagte Gauck am Sonntag in der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Berlin. Frankreichs Präsident François Hollande hatte die Anschlagsserie mit 129 Toten zuvor als „Kriegsakt“ bewertet.

+++13.45 Uhr: Polizei identifiziert einen weiteren Attentäter+++

Laut der französischen Internetseite „Le Point“ haben die französischen Ermittler einen weiteren Attentäter identifiziert. Dabei soll es sich um den 27 Jahre alten Ägypter Waled Abdelrazak S. handeln. Der Mann wurde in der Nähe des Stade de France aufgefunden. Er soll versucht haben, mit einem Sprengstoffgürtel das Stadion zu betreten. Ein Ordner hielt ihn bei der Sicherheitskontrolle auf.

+++13.12 Uhr: Überlebende berichtet über die Schüsse im Bataclan+++

Isobel Bowdery hat den Anschlag in der Pariser Konzerthalle Bataclan überlebt. Auf Facebook schildert sie ihre Erlebnisse. Dazu hat sie ein blutverschmierte Shirt gepostet. „Wir dachten, es sei alles Teil der Show. Es war nicht bloß ein Akt des Terrorimus. Es war ein Massaker“, schreibt Bowdery in einem Facebook-Post, der über eine halbe Million mal geteilt wurde. „Als ich auf dem Boden lag, im Blut mir fremder Menschen, und auf die Kugel wartete, die mein 22-jähriges Leben beenden sollte, habe ich das Gesicht jedes Menschen gesehen, den ich liebe. Und ich habe „Ich liebe dich geflüstert“. Immer und immer wieder.“

+++12.10 Uhr: Waffen in sicher gestelltem Seat waren Kalaschnikows+++

In dem Auto, das die Polizei am Sonntag östlich von Paris sicher gestellt, sind drei Kalaschnikows entdeckt worden. Diese Sturmgewehre hatten die Terroristen bei den Überfallen in Paris verwendet. Der schwarze Seat soll nach Einschätzung der Ermittler von den Terroristen benutzt worden sein, die vor mehreren Cafés und Restaurants wahllos Menschen erschossen. Unklar blieb, ob der oder die Täter weiter auf der Flucht sind, oder bereits am Samstag in Belgien gefasst wurden.

+++11.35 Uhr: Bastian Schweinsteiger immer noch fassunglos+++

Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger ist nach den Anschlägen in Paris konsterniert. „Egal, aus welchem Teil der Erde man kommt oder welcher Regiligion man angehört - wir sind vereint“, schrieb Schweinsteiger auf Twitter.

+++11.26 Uhr: Polizei findet Waffen in sicher gestelltem Auto+++

In dem am Sonntag sicher gestellten Fahrzeug der Terroristen von Paris haben Ermittler Waffen gefunden. Der schwarze Seat, mit dem mehrere schwerbewaffnete Angreifer am Freitagabend Bars und Restaurants in Paris attackiert hatten, war in der Gemeinde Montreuil gefunden worden, die im Osten an die französische Hauptstadt angrenzt.

+++11.15 Uhr: Zusammenhang von Festnahme in Bayern und Anschlägen weiter offen+++

Der mögliche Zusammenhang zwischen der Festnahme eines mit einem großen Waffenarsenal ausgestatteten Mannes in Bayern und den Terroranschlägen in Paris ist laut den Ermittlern weiter völlig offen. Nach wie vor verweigere der aus Montenegro stammende 51-Jährige jede Antwort auf die die Polizei interessierenden Fragen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) am Sonntag in München. Zuletzt seien am Samstagabend Gesprächsversuche ergebnislos geblieben. Der LKA-Sprecher sagte zu den erfolglosen Vernehmungsversuchen zu den Paris Anschlägen: „Wir wollen ja mit ihm reden. Das will er halt nicht. Jedenfalls nicht zu diesen Themen.“

+++10.57 Uhr: Auswärtiges Amt: Ein Deutscher bei Attentaten von Paris getötet+++

Bei der Anschlagsserie in Paris ist auch mindestens ein deutscher Staatsbürger getötet worden. Das gab das Auswärtige Amt am Sonntag bekannt. „Die Identifizierung der Opfer ist noch nicht vollständig abgeschlossen, es liegen auch noch keine vollständigen Angaben über die Identitäten der Verletzten vor“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

+++10.35 Uhr: 1200 Germanwings-Helfer während der Anschläge im Pariser Stadion+++

Während der Terroranschläge von Paris sind rund 1200 französische Helfer am Freitagabend im Fußballstadion gewesen, die nach dem Germanwings-Absturz im März im Einsatz waren. „Besonders für sie war es natürlich eine besondere Tragik, dass sie hören mussten, das an diesem Abend wahrscheinlich mehr als 140, 150 Opfer von Terroranschlägen wurden“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Samstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Bei der Terrorwelle in Paris am Freitagabend wurden mindestens 129 Menschen getötet, mehr als 350 verletzt. Selbstmordattentäter hatten sich in der Nähe des Stade de France in die Luft gesprengt. Die Helfer waren als Dank und Anerkennung zu dem Freundschaftsspiel der deutschen und französischen Nationalmannschaft eingeladen worden. Wenige Stunden zuvor hatte Steinmeier bei einer Zeremonie in Paris Bürgermeister und Einsatzleiter mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

+++10 Uhr: Ein Attentäter soll über die Balkanroute gekommen sein+++

Einer der Attentäter von Paris ist möglicherweise über die Balkanroute nach Frankreich gereist. Ein 25-Jähriger namens Ahmed Almuhamed sei mit einem syrischen Pass am 7. Oktober aus Mazedonien nach Serbien eingereist, berichtete nach die serbische Zeitung „Blic“ am Sonntag. Er sei im Erstaufnahmezentrum in der südlichen Stadt Presevo registriert worden und habe dann seinen Weg nach Kroatien und später nach Österreich fortgesetzt. Die französischen Behörden haben sich laut „Blic“ an Belgrad gewandt, um nähere Informationen über den Mann zu bekommen. Der Mann sei bei seinem Transit durch Serbien nicht bewaffnet gewesen. Das Ministerium für Bürgerschutz in Athen berichtete, dass einer der mutmaßlichen Terroristen Anfang Oktober aus der Türkei nach Griechenland gekommen sein könnte. „Der Inhaber des Passes, der an einem Tatort (in Paris) gefunden worden ist, war am 3. Oktober 2015 nach den Regelungen der EU auf der Insel Leros (als Flüchtling) registriert worden“, teilte das Ministerium mit. Das Ministerium wisse nicht, durch welche Länder der Mann dann weitergereist sei.

+++9.55 Uhr: DFB will ein Zeichen setzen+++

Die Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sieht im Länderspiel gegen die Niederlande eine Chance, nach den Anschlägen von Paris mit über 120 Toten ein Zeichen gegen den Terror zu setzen. Noch vor der finalen Entscheidung des Verbandes am Sonntag über die Austragung des für Dienstag angesetzten Testspiels in Hannover verdeutlichte DFB-Interimschef Rainer Koch die Bedeutung eines Auftritts des Weltmeisters. Die DFB-Elf hatte am Freitagabend im Stade de France in Paris gegen den Gastgeber der EM 2016 gespielt. „Demokratie muss wehrhaft sein. Wir müssen dem Terror uns alle gemeinsam entgegenstellen. Und der Fußball hat in diesem Moment auch eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion“, erklärte Koch.

+++9.16 Uhr: Auto von Attentätern östlich von Paris gefunden+++
Französische Ermittler haben ein zweites Auto der Attentäter von Paris östlich der französischen Hauptstadt gefunden. Nach Einschätzung der Ermittler bedeute dies, dass einem der drei Terrorkommandos die Flucht gelungen sei, berichtete der französische Sender Europe 1 am Sonntag.

+++8.50 Uhr: Neues Video zeigt den Moment der ersten Schüsse+++

Im Internet ist ein neues Video aufgetaucht, dass den Moment der ersten Schüsse in dem Pariser Nachtclub Bataclan zeigt. Zu der Zeit stimmte die Band „Eagles of Death Metal“ gerade ihr sechstes Lied an.

+++8.08 Uhr: Weiterhin keine Gewissheit über deutsche Opfer in Paris+++

Eineinhalb Tage nach den Attentaten von Paris ist weiterhin unklar, ob es deutsche Opfer gegeben hat. Das Auswärtige Amt in Berlin habe in diesem Zusammenhang noch keine Gewissheit, teilte ein Sprecher am Sonntagmorgen in Berlin mit. Im Außenministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet, der mit der Botschaft Paris und den französischen Behörden in Kontakt steht. Bei den Attentaten waren am späten Freitagabend 129 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt worden.

+++8 Uhr: Angela Merkel zum G20-Gipfel geflogen+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Sonntagmorgen zum Gipfeltreffen der wichtigen Industrie- und Schwellenländer und der EU (G20) abgeflogen. Zu dem Treffen im türkischen Badeort Belek bei Antalya werden auch US-Präsident Barack Obama und der russische Staatschef Wladimir Putin erwartet. Nach den Terroranschlägen von Paris werden die Gipfelteilnehmer unter anderem über eine gemeinsame Strategie gegen den Terrorismus, über die Flüchtlingskrise und den Syrien-Konflikt beraten. Frankreichs Staatspräsident François Hollande hatte seine Teilnahme wegen der Anschlagsserie in Paris abgesagt. Der Gipfel am Sonntag und Montag findet unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Gastgeber Türkei hat zu seinem Schutz 12 000 Sicherheitskräfte aufgeboten. Andere Themen des Gipfeltreffens sind Klimawandel und Wirtschaftswachstum. Am Montag stehen internationale Finanz- und Steuerfragen auf der Tagesordnung.

+++7.55 Uhr: Einer der Attentäter soll zwischen 15 und 18 Jahre alt gewesen sein+++

Der französische Radiosender „Europe 1“ berichtete unter Berufung auf eine gerichtsmedizinische Quelle, dass einer der Attentäer zwischen 15 und 18 Jahre alt gewesen sein sollen. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang noch nicht. Der Sender bezieht sich auf das Institut Médico Légal in Paris.

+++7.20 Uhr: Französische Behörden identifizieren Attentäter von Bataclan+++

Der erste der sieben Attentäter wurde als 29-jähriger Franzose identifiziert. Bei dem Selbstmordattentäter vor dem „Bataclan“-Theater soll es sich um Ismael Omar M. handeln. Der im Süden von Paris geborenen Mann sei mehrfach wegen gewöhnlicher Straftaten verurteilt worden und den Behörden wegen seiner Radikalisierung aufgefallen, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft. Der Vater und der Bruder des 29-Jährigen wurden in Polizeigewahrsam genommen. Nahe der Leiche eines weiteren Selbstmordattentäters wurde ein syrischer Pass gefunden. Nach Angaben der griechischen Regierung war der Passinhaber Anfang Oktober auf der Insel Leros angekommen, wo er als Flüchtling registriert wurde. In der belgischen Hauptstadt Brüssel wurden außerdem drei Verdächtige festgenommen. Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen Beteiligung an einem Terrorakt.

+++7.12 Uhr: Mehrere Ausländer unter Todesopfern der Pariser Anschläge+++

Unter den Toten der Pariser Anschläge sind auch mehrere Ausländer. Je ein Todesopfer stammt aus den USA, aus Schweden und aus Großbritannien, wie die jeweiligen Regierungen am Samstag mitteilten. Zudem stammen demnach jeweils zwei Todesopfer aus Belgien, Rumänien und Mexiko. Über deutsche Opfer ist dem Bundesaußenministerium zufolge bisher nichts bekannt. Bei der Anschlagsserie in der französischen Hauptstadt am Freitagabend wurden mindestens 129 Menschen getötet und 352 weitere Menschen verletzt. Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich dazu.

+++7 Uhr: Die Welt drückt ihre Solidarität aus+++

Viele Gebäude auf der ganzen Welt sind als Ausdruck der Anteilnahme in den Farben der französischen Flagge angestrahlt worden.

+++6.55 Uhr: Zwei Pariser Attentäter womöglich als Flüchtlinge getarnt+++

Zwei der Attentäter von Paris sind womöglich als Flüchtlinge getarnt über Griechenland nach Europa eingereist. Der Eigentümer eines syrischen Passes, der bei einem der toten Attentäter gefunden worden sei, sei Anfang Oktober über die Insel Leros in die Europäische Union gekommen, teilte die Regierung in Athen am Samstagabend mit. Polizeikreisen zufolge sei der junge Mann dort mit einer Gruppe von 69 Flüchtlingen registriert worden. Dabei seien auch seine Fingerabdrücke abgenommen worden. Ein zweiter Attentäter sei vermutlich ebenfalls als Flüchtling über die Türkei und Griechenland nach Europa gekommen, hieß es in Regierungskreisen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dürfte dies die Flüchtlingsdebatte in der EU verschärfen.

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