Berlin - Es war endlich eine gute Nachricht in der Krisenzeit: Am vergangenen Montag wurde bekannt, dass ein Corona-Impfstoff offenbar kurz vor seiner Zulassung steht, er soll als Erstes alten und chronisch kranken Menschen zugutekommen. Für die Pflege- und Altenheime, in denen besonders viele potenzielle Risikopatienten leben, könnte das eine langersehnte Entlastung bedeuten.

Doch dort gibt es derzeit andere Prioritäten. „Im Augenblick sind die Heime voll damit beschäftigt, die geforderten Hygiene- und Test-Anforderungen auszuarbeiten und umzusetzen“, sagt Heike Prestin, Referatsleiterin Altenhilfe, Pflege, Hospiz bei der Diakonie. Zusätzlich zu der ohnehin immensen Arbeitsbelastung bringe das die Pflegekräfte an ihre Belastungsgrenze – und darüber hinaus. „Es ist kein Geheimnis, dass die Personaldecke in der Pflege schon vor Corona sehr knapp war“, sagt Prestin. „Die Pandemie hat die Lage noch einmal dramatisch verschärft.“ In manchen Einrichtungen fehle ein Drittel der Angestellten, weil diese sich in Quarantäne begeben mussten oder selbst infiziert seien. Bisher habe es irgendwie funktioniert – was auch am Berufsethos liege. „Es ist typisch für diese Berufsgruppe, dass man dort sagt: ‚Wir schaffen es schon irgendwie!‘ Aber irgendwann stößt das System einfach an seine Grenzen.“

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