London - Ein starker Führungsstil bei den Tories, soziale Gerechtigkeit bei Labour: Gut eine Woche vor den Parlamentswahlen in Großbritannien haben sich die Vorsitzenden der beiden großen Parteien in Fernsehinterviews positioniert.

Premierministerin Theresa May präsentierte sich in einer von Channel 4 und Sky News gemeinsam ausgestrahlten Sendung am Montagabend als aus ihrer Sicht beste Verhandlungsführerin für den Brexit. Mit ihr werde es beim EU-Austritt keine Einigung „um jeden Preis“ geben. Wichtig sei, die Kontrolle über die Einwanderung zurückzugewinnen.

Kritik an Kürzungen bei Sozialleistungen

Wie das Verhältnis zur Europäischen Union aussehen möge, falls es zu einem Brexit ohne vorherige Einigung über dessen genaue Bedingungen kommt, sagte sie nicht. Kritik aus dem Publikum bekam May für die von den Konservativen geplanten Einschnitte bei Sozialleistungen.

Labour-Chef Jeremy Corbyn setzte auf innenpolitische Themen wie Investitionen in Bildung, Erziehung, Gesundheitssystem und Polizei. Nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Toten am vergangenen Montag betonte Corbyn auch die Notwendigkeit eines außenpolitischen Wandels.

„Wir brauchen eine Außenpolitik weltweit, die es nicht zulässt, dass es große Gebiete ohne effektive Regierung gibt - wie etwa gegenwärtig in Libyen - die zu einem Nährboden für riesige Gefahren für uns alle werden können.“ Kritik erhielt Corbyn vor allem für seine schwache Führung innerhalb der Partei.

Nach den jüngsten Umfragen liegen die Tories mit 43 bis 46 Prozent der Stimmen noch immer deutlich vor Labour mit 32 bis 36 Prozent. (dpa)