Thilo Sarrazin bei Lesung in Düsseldorf, Sahra Wagenknecht: Tortenwurf als neuer politischer Protest?

Magdeburg - Entwickelt sich da gerade eine neue Form des politischen Protestes? Oder wird nur Altbewährtes wieder reaktiviert?  Lange Zeit schien das beliebte „Tortenwerfen“ fast vergessen. Nun gelangt  es offenbar zu einem Revival. Innerhalb kurzer Zeit sind nun gleich drei Fälle mit bekannt geworden.  Doch auch davor gab es immer wieder Politiker, die mit Torten beworfen wurden.

Erst traf es im Februar die Berliner AfD-Landesvorsitzende Beatrix von Storch. Auf einer Kassler AfD-Sitzung bekam sie von einem falschen Clown, den die Aktionskünstler „Peng Collective“ hineingeschmuggelt hatten, eine Sahnetorte ins Gesicht gedrückt. Auf einer extra eingerichteten Website bekannten die Künstler sich zu der Aktion:  "Sogenannte besorgte Bürger sind die steinerne Grabplatte, unter der Demokratie und Menschenrechte begraben liegen“, schrieben sie auf der Seite.

Gerade mal ein paar Tage ist es her, dass die Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht Ähnliches widerfuhr. Auf dem Parteitag in Magdeburg wurde ihr ebenfalls eine Torte ins Gesicht gedrückt, dieses Mal handelte es sich eine Schokoladentorte. Zu der Tat bekannte sich die „antifaschistische Initiative 'Torten für Menschenfeinde'". Wagenknecht sei die Galionsfigur bei der sich alles verdichtet, was die Linkspartei unerträglich mache, schrieben die Verantwortlichen in einem Flugblatt. Genau wie die AfD sei die Politikerin stets bemüht, den ‚Volkszorn‘  in politische Forderungen zu übersetzen. Schlimmer als der Tortenwurf, kommentierte Wagenknecht später, sei die Tatsache, dass die Protestler sie mit Beatrix von Storch auf eine Stufe stellten.

Und nun Thilo Sarrazin. Bei einer Lesung in einer Buchhandlung in Düsseldorf schmiss ein Mann eine Sahnetorte auf den Buchautor und ehemaligen SPD-Politiker. Diese verfehlte Sarrazin jedoch und traf seinen Personenschützer. Der Mann wurde abgeführt.