Der Freizeitpark-Betreiber SeaWorld hat zusammen mit der Tierschutzorganisation Humane Society of the United States am Donnerstag angekündigt, das Konzept des Themenparks drastisch zu ändern. Der Park ist in den letzten Jahren häufig in die Kritik von Tierschützern geraten.

Das Unternehmen bestätigte, dass die Orca-Zucht komplett aufgeben werde. Nur die derzeit im Park lebenden Tiere sollen bis zu ihrem Lebensende dort bleiben.

Des Weiteren wolle der Freizeitpark seine Orca-Shows in San Diego, San Antonio und Orlando in den kommenden Jahren einstellen und stattdessen den Fokus auf Aufklärung und Tierrettung legen, heißt es in der Bekanntmachung.

„Unsere zwei Organisationen waren bisher Gegner, aber wir freuen uns, dass der Park seine Tätigkeit im Sinne von besserem Tierschutz ändern wird“, sagte Wayne Pacelle, der Leiter der Humane Society. „Die heutige Ankündigung beendet die Ära der Gefangenschaft von Orcas. SeaWorld wird seine Arbeit rund um den Schutz von Meeressäugern verdoppeln und mit uns zusammenzuarbeiten, um die globalen Bedrohungen der Meerestiere anzugehen.“

SeaWorld-Chef Joel Manby fügte hinzu, dass SeaWorld zukünftig mit seinen Mitarbeitern und Millionen an Besuchern eine „Armee von Verfechtern für Tiere und Natur“ aufstellen würde.

Trainer bei Show gestorben

SeaWorld hat in den letzten Jahren immer mehr Druck aus der Öffentlichkeit bekommen, sein Geschäftskonzept zu verändern. Im Jahr 2010 tötete ein Orca namens Tilikum einen Trainer vor Publikum bei einer Show in Orlando. In einem Buch mit dem Namen „Death at SeaWorld“ führte Autor David Kirby die Aggressionen des Tieres auf die Gefangenschaft zurück.

2013, nicht lange nach dem Börsengang des SeaWorld-Konzerns, erschien ein Dokumentarfilm namens „Blackfish“, der den Themenpark kritisierte, Tilikums Leben dokumentierte und die Ausbeutung der Orcas darstellte. Nach der Publikation des Films sprachen sich viele Prominente gegen die SeaWorld-Praktiken aus, das Thema wurde häufig in Facebook-Gruppen diskutiert, Besucher blieben aus und die Gewinne des Unternehmens stürzten ab.