Berlin - Heftige Unwetter mit starken Regenfällen und Gewittern haben am Freitag in Teilen Deutschlands für Schäden gesorgt. In Bobenheim am Berg in Rheinland-Pfalz beschädigte ein Tornado nach Angaben der Polizei elf Häuser teils erheblich.

Auch über Köln regnete es heftig. Besonders betroffen waren gegen 22 Uhr die nördlichen Stadtteile wie Chorweiler, Niehl und Longerich. Das Gewitter zog vom Nordwesten nach Südosten über die Metropole am Rhein hinweg.

Über den Landkreises Börde in Sachsen-Anhalt zog gegen 18.30 eine Unwetterzelle mit Starkregen. Im Ort  Dahlenwarsleben fiel sogar so viel Regen in kürzester Zeit, dass die Ortsdurchfahrt komplett überschwemmt wurde. Die Feuerwehr watete durch das kniehohe Wasser und suchte nach verstopften Gullis um das Wasser abzulassen. Im benachbarten Meitzendorf wurde das Gelände einer Spedition überflutet .

Zahlreiche Flüge in Berlin und Frankfurt/Main entfallen

Wegen Unwettern sind am Freitagabend am Berliner Flughafen Tegel zwölf innerdeutsche Flüge gestrichen worden. Es handele sich um Flüge nach Frankfurt am Main, München, Köln/Bonn und Stuttgart, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Wegen Unwettern dort hätten die Flieger in Berlin nicht starten können. 

Massenkarambolage auf der A4

Auf der A4 in Thüringen verunglückten bei Starkregen 17 Autos, mindestens 23 Menschen wurden laut Polizei verletzt. Andernorts kam es zu Erdrutschen und Überschwemmungen, am Flughafen von Frankfurt am Main kam es wegen der Unwetter zeitweise zu Verzögerungen und vereinzelten Flugausfällen.

40 Liter pro Quadratmeter

Von Unwetter betroffen waren dem Deutschen Wetterdienst zufolge (DWD) die Länder Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Niedersachsen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die Meteorologen warnten vor extremen Starkregen von gebietsweise bis zu 40 Litern pro Quadratmeter und mehr. Dazu drohten teils Hagelschlag sowie Sturmböen mit bis zu 85 Stundenkilometern.

Bei den Unfällen auf der A4 verunglückten nach Angaben der Polizei rund um zwei Anschlussstellen bei Eisenach binnen kurzer Zeit 17 Autos. Mindestens 23 Menschen wurden verletzt, sechs davon schwer. Mehrere Autos waren demnach auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern geraten und dabei teilweise noch gegen andere Fahrzeuge geprallt.

Elf Häuser in Rheinland-Pfalz massiv beschädigt

Nahe der rheinland-pfälzischen Stadt Sankt Goarshausen war laut Polizei unter anderem eine Bahnstrecke durch Geröll blockiert, nachdem heftige Regen- und Hagelschauer über der Region niedergegangen waren. Die Strecke sollte voraussichtlich noch stundenlang gesperrt sein. Auch eine danebenliegende Bundesstraße war betroffen.

Durch Bobenheim am Berg zog am Freitagnachmittag der Polizei zufolge ein Tornado. Elf Häuser wurden teils massiv beschädigt, auch Autos wurden durch herunterfallende Dachziegel in Mitleidenschaft gezogen. Die Beamten gingen von einem Schaden im sechsstelligen Bereich aus. (afp/dpa/mbr)