Nun hat die Verteidigung gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt. Das teilte das Amtsgericht Cottbus am Dienstag mit.
Foto: Imago Images/Torsten Becker

CottbusEs war ein Unfall, der nicht nur bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Und es war ein Urteil, das im Freundeskreis des Opfers teilweise für Unverständnis sorgte. Nun sorgt für Schlagzeilen, dass der Angeklagte das Urteil nicht akzeptiert.

Es geht um den Fall eines 22-jährigen Autofahrers aus Dresden, dem vorgeworfen wird, am 15. April 2017 in Cottbus eine ägyptische Studentin mit seinem Auto bei einem Unfall so schwer verletzt zu haben, dass sie drei Tage später starb. Viele Zeugen sprachen im Prozess davon, dass der Fahrer kurz vor dem Unfall extra noch Gas gegeben haben soll. Zudem hieß es anfangs, der Fahrer oder seine Mitfahrer hätten das Opfer nach dem Unfall noch rassistisch beschimpft. Doch dafür fanden die Ermittler keine Beweise.

Nun hat die Verteidigung gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt. Das teilte das Amtsgericht Cottbus am Dienstag mit. Der Unfallfahrer war am 21. Januar 2020 wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er etwa 200 Sozialstunden bei einem Rettungsdienst ableisten. Im Urteil hieß es, der Angeklagte habe seine Pflichten als Autofahrer bewusst verletzt, als er mit Tempo 50 statt mit 30 Stundenkilometern durch die Innenstadt gefahren sei und die 22-jährige Frau erfasste. Strafmildernd wurde berücksichtigt, dass das Opfer den Unfall mitverursacht habe.

Die Anfechtung des Urteils sei zunächst unbestimmt, es ist also noch nicht klar, ob die Verteidiger in Berufung gehen oder Revision beantragen. Laut Gericht sei dies zulässig und kann erst später entschieden werden, da dem Verurteilten zunächst die schriftlichen Urteilsgründe vorliegen müssen.