Flammen färben den Himmel bei einem Buschfeuer in der Nähe des Nowa Nowa Generalstores in Nowa Nowa, East Gippsland, rot.
Foto:  Nowa General Store/AAP/dpa

SydneyTausende Urlauber in Australien sind von den Behörden angewiesen worden, von den Buschbränden bedrohte Gebiete im Südosten des Landes bis Samstag zu verlassen. Die Feuerwehr des Bundesstaats New South Wales legte am Donnerstag ein Gebiet fest, aus dem Menschen raus sollen, die dort keinen festen Wohnsitz haben.

Die Sperrzone erstreckt sich vom populären Badeort Batemans Bay über rund 200 Kilometer Richtung Süden zur Grenze des Bundesstaats Victoria. Alle Urlauber sollen innerhalb von 48 Stunden aus dieser Zone ausreisen.

Grund für die Deklarierung der Sperrzone sind die Vorhersagen der Meteorologen für Samstag. Es werden dann eine neue Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius sowie heftige Winde erwartet. Die seit Monaten tobenden Brände könnten dadurch erneut stark angefacht werden. Die Behörden fürchten, dass die Brände am Samstag noch schlimmer wüten könnten als am vergangenen Dienstag - dem bislang schlimmsten Tag der Feuer-Krise.

Treibstoff, Lebensmittel und Wasser knapp

Richtung Norden und Westen von der Evakuierungszone aus erstreckten sich am Donnerstag lange Autokolonnen. Allerdings konnten viele Menschen gar nicht starten, weil die Tankstellen keinen Treibstoff mehr hatten oder die Pumpen wegen Stromausfällen nicht arbeiteten.

Darüber hinaus gab es in einigen an der Küste gelegenen Gemeinden Engpässe bei Lebensmitteln und Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Grund hierfür war, dass seit Montag viele Straßen wegen der Brände und umgestürzter Bäume gesperrt waren.

Laut Verteidigungsministerium legte am Donnerstag ein Militärschiff in der Küstenstadt Mallacoota an, um geschätzt 4000 Menschen, die seit Montag von Feuern eingeschlossen waren, mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Das Schiff sollte zudem rund 1000 Menschen in Sicherheit bringen.

Die Behörden leiteten eine großangelegte Aktion zur Rettung tausender Menschen in abgeschnittenen Orten ein. Auch ein schwimmendes Krankenhaus wurde eingesetzt, um Verletze zu versorgen, die sich an Strände gerettet hatten.

Buschbrände wüten seit Oktober

Auch das Auswärtige Amt appellierte an Touristen, die betroffenen Gebiete frühzeitig zu verlassen. Allerdings war die Ausreise aus den Brandgebieten oftmals schwierig, wenn nicht gar unmöglich - weil die Feuer viele Gegenden umschlossen.

Schon seit Oktober wüten die Buschbrände auf dem Kontinent, doch nunmehr hat sich die Lage zugespitzt: Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt, fast 1000 Häuser wurden zerstört. Mittlerweile hat sich die Zahl der Menschen, die seit dem Ausbruch der ersten Feuer bei den Bränden starben, landesweit auf 17 erhöht, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtet. Dutzende Menschen werden vermisst.