Berlin - Wir bauen neue Mauern, unsichtbare Mauern – so erscheint es mir zumindest, wenn ich täglich in die sozialen Medien blicke. Wenn es um die Klimakrise, die Corona-Pandemie oder das Gendern geht, zeigen sich die Mauern besonders deutlich. Die einen fürchten sich vor dem Coronavirus, die anderen vor einer Diktatur. Die einen fordern strengeren Klimaschutz, die anderen empfinden das als bloße Panikmache, die von den Medien aufgebauscht wird. Die einen wollen einen Genderstern, die anderen sehen darin einen Vorstoß der Sprachpolizei. 

Ohne Zweifel: Konträre Meinungen sind extrem wichtig und in einer Demokratie unerlässlich. Doch die täglichen Auseinandersetzungen im Netz sind leider nur zu oft geprägt von Hass und Hetze. Die einen werden als Nazis beschimpft, die anderen als „links-grün-versifft“. Es werden Drohungen und Hassbotschaften verschickt. Unter einem meiner Artikel zu den Auswirkungen des Klimawandels waren die Kommentare von einer konstruktiven Debatte weit entfernt. Eine Nutzerin schrieb stattdessen: „Was hat man dir ins Gehirn geschissen? Geh mal weiter mit Greta das Leben verschlafen.“ Und ein anderer meinte: „Es gibt keinen Klimawandel, was für ein Blödsinn.“ Was soll ich darauf antworten? 

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