Berlin - Vor 40 Jahren trat ein Gesetz in Kraft, das erstmals regelte, wie transidente Menschen ihre Geschlechtsidentität amtlich feststellen und einen ihrem Geschlecht zugehörigen Vornamen annehmen können. Das Transsexuellengesetz (TSG) atmet den muffigen Duft der damaligen westdeutschen Zeit: Zwar kümmert sich der Gesetzgeber seitdem um die transidente Person. Doch diese muss sich seitdem gutachterlich bescheinigen lassen, dass sie unter „dem Zwang steht, ihren Vorstellungen entsprechend zu leben“, also unter einer psychischen Störung leidet. Psychologen und Richtern ist bewusst, dass sie Jahr für Jahr Tausenden Menschen Unsinn bescheinigen. Denn Transgender sind von keinem Zwang besessen, sondern wollen lediglich im Einklang mit der ihnen naturgegebenen Identität leben.

Schlimmer noch: Teile des Gesetzes verstoßen grob gegen Grundrechte, so die in Paragraf 8 Abs. 1 geforderte dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit als Voraussetzung für die Personenstandsänderung. Betroffene und Interessensvertreter kämpfen seit Jahrzehnten für ihre Anerkennung und Rechte. Selbst dem konservativen CSU-Bundesinnenminister Seehofer ist es eine Herzensangelegenheit geworden, ein zeitgemäßes Gesetz zu schaffen, um die Änderung von Geschlechtseintrag, Personenstand und daraus folgende Rechte und Pflichten festzuhalten.

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