Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping: „Haben enorme Fortschritte in unseren Beziehungen gemacht“

Washington - Ein kurzes Lächeln in die Kameras. Im Hintergrund eine Palme, davor die winkende Hand von Donald Trump. Chinas Präsident Xi Jinping freundlich ungerührt - das war es. Das mit Spannung erwartete Treffen der beiden mächtigen Staatschefs ist am Freitag ähnlich bizarr zu Ende gegangen wie es begonnen hatte. Der Auftakt des Gipfels auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago war von dem amerikanischen Raketenangriff auf einen syrischen Militärstützpunkt überschattet worden. Zum Abschluss der Begegnung gab es entgegen den Gepflogenheiten in westlichen Staaten keine Pressekonferenz.

Nach offizieller Darstellung war der zweitägige Meinungsaustausch trotzdem ein großer Erfolg. „Wir haben enorme Fortschritte in unseren Beziehungen gemacht“, lobte Trump am Freitagmorgen bei einer kurzen Foto-Pause. Da lagen allerdings noch vier Stunden Gespräche vor den Politikern. Trotzdem schwärmte der amerikanische Präsident, er habe eine „herausragende Beziehung“ zu Xi entwickelt.

Das bei Trump beliebte gemeinsame Golfspiel unterblieb aus Rücksicht auf die politischen Vorbehalte Pekings gegen diese Sportart. Stattdessen spazierten die beiden Regierungschefs unter blauem Himmel über das Anwesen. Xi rief den Journalisten nur einen Satz auf Chinesisch zu: „Wir haben viele gemeinsame Veränderungen erreicht, unsere Freundschaft vertieft und Vertrauen gebildet.“

China befürchtet militärische Eskalation mit Nordkorea

Das wäre – sollte die Darstellung stimmen – immerhin einiges. Trump hatte im Wahlkampf nämlich Peking lautstark als Währungsmanipulator beschimpft – ein Vorwurf, der durch die Tatsachen längst überholt ist. Außerdem beklagte er das hohe bilaterale Handelsdefizit und drohte mit hohen Strafzöllen. Dieses Vorhaben scheint inzwischen nicht mehr weit oben auf seiner Agenda zu stehen.

Vor allem aber hatten die USA im Vorfeld des Treffens angekündigt, China stärker in die Pflicht zu nehmen, um das nordkoreanische Atomprogramm zu beenden. Die Regierung des kommunistischen Landes hatte zuletzt mehrfach mit Raketentests provoziert und war deswegen vom UN-Sicherheitsrat scharf verurteilt worden. China als wichtigster Handelspartner Nordkoreas trägt die UN-Sanktionen zwar mit, befürchtet aber eine militärische Eskalation oder einen Kollaps des Nachbarn.

Menschenrechtsfragen standen nicht auf der Agenda

In dieser Situation hatte Trump mit seiner Ankündigung für Aufsehen gesorgt, die Krise in Nordkorea notfalls im Alleingang zu lösen. Die Drohung dürfte durch die Bombardierung der syrischen Luftwaffenbasis unterstützt worden sein.

Kritiker hatten schon im Vorfeld moniert, dass Menschenrechtsfragen kaum auf der Agenda der Begegnung stehen dürften. Sie passen nicht zu Trumps Ansatz, einen guten Deal zu schließen. Als ähnlich störend werden offenbar von beiden Präsidenten kritische Fragen von Journalisten empfunden. Trumps Sprecher Sean Spicer drängte Kameras energisch aus dem Saal. Hingegen durfte beim Damenprogramm gefilmt werden, wie der Chor der Bak Middle School in West Palm Beach Trumps Ehefrau Melania und Xis Frau Peng Liyuan ein freundliches Ständchen brachte.