Berlin/Wiesbaden - Die schlimmsten Befürchtungen zur weiter fortschreitenden Dürre scheinen sich gerade zu bewahrheiten: Der Pegel des wasserreichsten deutschen Flusses, des Rheins, ist auf eine historische Niedrigrekordmarke gesunken. Nur noch 13 Zentimeter (!) wurden am Mittwoch in Worms gemessen.

Selbst der Pegel der Spree kann bei weiter ausbleibenden Niederschlägen nur noch mit drastischen Maßnahmen stabilisiert werden. Angesichts der minimalen landesweit zu erwartenden Regenmengen schlägt Wetterexperte Dominik Jung Alarm:  "Die Dürre 2018 mündet langsam aber sicher in einen gefährlichen Bereich."

Dabei ist noch nicht einmal sicher, ob sich die Dürre nicht sogar noch bis in das kommende Jahr hinein fortsetzt: Müssen wir uns auf einen Wüsten-Winter einstellen?

Temperaturen sacken ab, aber keine Hoffnung auf Niederschläge

Doch zunächst zum Trend der kommenden Tage: Von einem spätsommerlichen Niveau werden die Höchstwerte ab Freitag spürbar absinken. Nur noch maximal 14 Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag, und schon in der Nacht zu Donnerstag werden die Tiefstwerte im Umland auf bis zu drei Grad sinken. 

In der Nacht zu Sonnabend erwarten die Meteorologen sogar örtlich Bodenfrost in unserer Region. Bis zum Monatsende werden die Werte voraussichtlich allmählich wieder für die Jahreszeit normale Werte erreichen - tagsüber so gerade eben noch zweistellige Temperaturen und nachts einstellige bis zur Frostgrenze.

Entscheidend dabei: Ergiebige Niederschläge sind auf breiter Front nicht erkennbar. Selbst wenn es also zum Monatsende richtig kalt werden sollte, kann man von einem Wintereinbruch mit Schnee bis in tiefe Lagen derzeit nur träumen.

Lediglich in den Hochlagen der Mittelgebirge hält Diplom-Meteorologe Jung ein paar Flocken für nicht ausgeschlossen.

Weitere Unwetter in Mallorca drohen

Die längerfristigen Wettertrends sind mit vielen Unsicherheiten behaftet. Doch wir sollten sie nicht ignorieren: Wie es scheint, steuern wir auf einen trockenen und viel zu warmen November hin. 

Die Großwetterlage ähnelt trotz des schon fortgeschrittenen Herbstes derjenigen des Sommers, wie Wetterexperte Dominik Jung erklärt: "Die Hochs liegen wie ein Bollwerk über Mitteleuropa und lassen den Tiefs keine Chance."

Nun aber passiert Folgendes: Die Tiefs müssen entweder nach Süden oder Norden ausweichen - und genau das passiert in den kommenden Tagen - mit unfreundlichen Konsequenzen für alle, die derzeit einen Urlaub im Südosten Spaniens, etwa in Mallorca, planen: "Dort drohen neue heftige Unwetter durch starke Regenfälle. Teilweise können im Osten Spaniens wieder bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel kommen und das kann neue Überschwemmungen bedeuten", warnt Jung.

Zu trocken und zu warm bis 2019?

Und nun zu den Langfristberechnungen, die unter Meteorologen immer wieder für hitzige Kontroversen sorgen. Wenn die US-Wetterbehörde NOAA jetzt einen Ausblick auf den nahenden Winter, also bis weit in das Jahr 2019 hinein, wagt, ist dies nicht als ein Wetterbericht zu verstehen. Es ist ein Trend, der langfristige Entwicklungen unter Berücksichtigung bestimmter Rahmenbedingungen aufzeigt.

Häufig lagen die NOAA-Experten richtig, manchmal mussten sie ihre Prognosen aber auch nachbessern. Dennoch sollten wir uns darauf einstellen, was uns möglicherweise blüht: Laut NOAA wird der Winter mit rund zwei Grad zu hohen Temperaturen kaum noch seinen Namen verdienen. Milde Winter kennen wir auch, aber häufig gehen diese einher mit Regen, der an kühleren Tagen in Schneeregen und Schnee übergeht.

Aber auch diese Niederschläge könnten weiter ausbleiben: Nach einem voraussichtlich zu trockenen November deutet der Langfrist-Trend auch auf einen ebenso trockenen Dezember. JSt