Atlanta - Bei den Stichwahlen um zwei Senatsposten im US-Bundesstaat Georgia hat sich der demokratische Kandidat Jon Ossoff zum Sieger erklärt. Er habe die Wahl gegen den republikanischen Amtsinhaber David Perdue gewonnen, verkündete Ossoff am Mittwoch. Zuvor hatte sich bereits der Demokrat Raphael Warnock laut Medienberichten gegen die Republikanerin Kelly Loeffler durchgesetzt - damit hätten künftig die Demokraten des desginierten US-Präsidenten Joe Biden in beiden Parlamentskammern die Oberhand.

Ossoff dankte den Wählern in einer live übertragenen Ansprache für das Vertrauen. "Ich bin geehrt durch eure Unterstützung, eure Zuversicht, euer Vertrauen und ich freue mich darauf, euch zu dienen", sagte der demokratische Politiker. US-Medien riefen Ossoff allerdings zunächst noch nicht zum Sieger aus. Allerdings wird erwartet, dass die Medien den Demokraten im Fall eines Erfolgs anerkennen werden. Den Behauptungen von US-Präsident Donald Trump, die Wahlen seien im großen Stil manipuliert gewesen, sind die Medien bisher nicht nachgegangen - auch, weil Trumps Team bisher keine schlüssigen Belege für den behaupteten Wahlbetrug vorlegen konnte.  

Der äußert knappe Ausgang dieser Stichwahl entscheidet darüber, ob die Republikanische Partei des scheidenden Präsidenten Donald Trump im Senat in der Mehrheit bleibt oder dort die Demokraten die Oberhand erlangen. Da die Demokraten bereits im Repräsentantenhaus - der anderen Kongresskammer - die Mehrheit stellen, hätten sie bei Eroberung der beiden Senatsmandate von Georgia künftig die Kontrolle über den gesamten Kongress. Denn in diesem Fall herrscht Gleichstand im Senat und Kamala Harris kann als Vizepräsidentin mit ihrer Stimme alle Entscheidungen zugunsten der Demokraten herbeiführen. (mit AFP)