Berlin - Die Wahl in den USA am Dienstag wird von vielen als eine Art Richtungsentscheidung betrachtet, an deren Ausgang sich das weitere Schicksal nicht nur Amerikas, sondern auch der Welt bemisst. Doch wenn man sich die Lage genauer betrachtet und sich bei Beratern des Teams Biden umhört, muss man sagen: Aus deutscher oder europäischer Sicht wird es fast egal sein, wer die Wahl gewinnt, Trump oder Biden. Auch wenn Trump bald der Geschichte angehört, wird vieles aus seiner Außenpolitik fortbestehen.

Trump wird als amerikanische Ausnahmeerscheinung überzeichnet, aggressiv, bösartig, rücksichtslos, der in den vergangenen vier Jahren das moralisch überlegene, freiheitliche, an Kooperation orientierte Land zerstört habe. Das mag gut klingen – aber vieles, was an Amerika dysfunktional ist, gab es schon vor Trump. Er brachte lediglich zusammen, was schon vorher an Amerika abgründig und selbstzerstörerisch war. Er war nicht der erste Präsident, der zusah, wie eine Naturkatastrophe Tausende Menschen das Leben kostete, wie bei der Corona-Pandemie. Man muss nur an Präsident George Bush und die Verwüstung durch den Hurrikan Katrina 2005 denken. Auch andere Präsidenten hatten ein flexibles Verhältnis zur Wahrheit und zum geltenden Recht. Wie sagte Präsident Richard Nixon zum britischen Journalisten David Frost: „Was ein Präsident tut, kann nicht illegal sein.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.