US-Präsident Donald Trump
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WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat die Wahl Greta Thunbergs zur Person des Jahres durch das renommierte „Time“-Magazin als „lächerlich“ bezeichnet. Er riet der 16-jährigen Klimaaktivistin auf Twitter, ihr „Wutmanagement“ in den Griff zu bekommen und sich zu beruhigen.

„So lächerlich“, schrieb er wörtlich. „Greta muss an ihrem Wutproblem arbeiten, dann mit einem Freund in einen guten altmodischen Film gehen! Beruhige dich, Greta, beruhige dich!“

Thunberg selbst reagierte übrigens unmittelbar - sie änderte die Beschreibung ihres Profils bei Twitter wie folgt: "Ein Teenager, die an ihrem Wutmanagement arbeitet. Im Augenblick am chillen und einen guten alten Film schauend mit einem Freund."

Greta Thunberg  ist "Person des Jahres"

Die junge Schwedin ist als jüngste Persönlichkeit überhaupt vom „Time“-Magazin zur Person des Jahres gekürt worden. „Greta Thunberg ist die überzeugendste Stimme zur wichtigsten Angelegenheit unseres Planeten geworden“, hatte das US-Magazin am Mittwoch erklärt. Was mit einem empörten Teenager und einem plötzlichen Ausbruch der Rebellion begonnen habe, sei zu einem der unwahrscheinlichsten und schnellsten Aufstiege zu globalem Einfluss der Weltgeschichte geworden.

Die „Time“-Redaktion würdigt mit dem Titel seit 1927 die Persönlichkeiten des Weltgeschehens, die das vergangene Jahr am stärksten geprägt haben. 2015 – im Jahr der Flüchtlingskrise – war zum Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Person des Jahres ernannt worden. Ein Jahr später wurde das Donald Trump, nachdem er kurz zuvor die US-Präsidentschaftswahl gewonnen hatte. 2018 wurde unter anderen der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi gemeinsam mit weiteren Reportern zur Person des Jahres gekürt. In der Vergangenheit gehörten auch Königin Elizabeth II., Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela sowie Adolf Hitler und Josef Stalin zu den Geehrten.

„Jede Wahl ist eine Klimawahl“

Wenige Stunden vor der „Time“-Bekanntgabe hatte Thunberg eine Rede auf der Weltklimakonferenz in Madrid gehalten. Darin kritisierte die junge Schwedin die Regierungen wohlhabender Staaten für ihre Untätigkeit im Kampf gegen den Klimawandel scharf. In einer auf wissenschaftlichen Daten zu CO₂-Emissionen und die Erderwärmung gestützten Rede legte sie eindringlich die Fakten zu den Folgen dar, sollten die Ziele des Pariser Abkommens zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad verfehlt werden.

Thunberg hat auch auf die Bedeutung der Parlamentswahl in Großbritannien für den Kampf gegen den Klimawandel hingewiesen. „Jede Wahl ist eine Klimawahl“, schrieb die 16-Jährige am Donnerstag auf Twitter. „Stimmt für eure Kinder. Stimmt für den Planeten. Stimmt für künftige Generationen. Stimmt für die Menschheit“, fügte sie hinzu.

In Großbritannien hatte es im Oktober größere Klimaproteste mit Zehntausenden Teilnehmern gegeben. Die ursprünglich aus Großbritannien stammende Klima- und Umweltschutzgruppe Extinction Rebellion legte dabei vorübergehend unter anderem den Londoner Oxford Circus lahm, eine zentrale Straßenkreuzung der Einkaufsmeilen Oxford Street und Regent Street. Hunderte Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen. Premierminister Boris Johnson hatte an sie appelliert, mit den Blockaden aufzuhören. Sie sollten mit ihren „nach Hanf riechenden Biwaks“ die Hauptstadt verlassen, hatte er gesagt.