Donald Trump am Mittwochabend vor Anhängern in Battle Creek in Michigan
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Berlin Die Welt wird sich darauf einrichten müssen, weitere Jahre mit Donald Trump als Präsident der USA auskommen zu müssen. Das zeigt die vergangene Nacht. Die Demokraten haben zwar mit ihrer Mehrheit das Impeachment-Verfahren eröffnet, aber alle damit verbundenen Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Die Republikaner stehen fester an der Seite Trumps als je zuvor und der erhoffte Stimmungsumschwung in der Bevölkerung hat sich auch nicht eingestellt. Umfragen zufolge ist jeder zweite gegen das Impeachment-Verfahren.

Mehr noch, der Versuch der Amtsenthebung und das sich abzeichnende Scheitern im Senat liefert Trump allerfeinste Wahlkampfmunition. Dass er sie nutzen wird, zeigte sich eben auch in der vergangenen Nacht mit dem jüngsten Tweet von Trump. Mit der bekannten  Uncle-Sam-Geste zeigt Trump auf einem Foto in Richtung Betrachter verbunden mit der Botschaft: Sie sind nicht hinter mir her, sondern hinter euch. Die Reihen schließen.  Wir gegen sie. Opfer und Anführer zugleich. Das wird die Strategie sein.

Trump ging es nie darum, Präsident aller Amerikaner zu sein. Das wird nun überdeutlich. Ihm reichen die 63 Millionen Wähler, die ihn vor drei Jahren ins Amt gebracht haben. Die gilt es zu halten und zu mobilisieren – und das um jeden Preis. Wenn es ein muss auf Kosten des inneren Friedens. Die USA stehen wohl vor dem schmutzigsten  Wahlkampf aller Zeiten. An dessen Ende wird es einen Sieger geben und viele Verletzte.