Die Trump-Administration hat ein historisches Rettungspaket geschnürt. Mängel im amerikanischen Gesundheitssystem kann dieses aber langfristig nicht kaschieren. 
Foto: imago images 

WashingtonDer US-Senat und das Weiße Haus haben sich im Eiltempo auf Rekord-Hilfe in der Corona-Krise verständigt. Mit dem historischen Betrag von zwei Billionen US-Dollar wird ein Rettungsschirm gespannt, der die Auswirkungen der Pandemie für die Wirtschaft abfedern soll. Ob er reichen wird, Arbeitnehmer und Unternehmen vor dem harten Aufschlag zu schützen, lässt sich schwer abschätzen – zumal sich die Zahl der Arbeitslosen bereits verzehnfacht hat. 

Hier lesen Sie: USA: Trumps rücksichtslose Vorwärtsstrategie in der Corona-Krise >>

Aber das Signal ist wichtig. Republikaner und Demokraten demonstrieren damit, dass selbst in dem von Donald Trump so bitter gespaltenen Land doch noch etwas geht. Immerhin.

Existenzielle Bedrohung überwindet vorerst tiefe Gräben

Auf tragische Weise schafft das Virus, was die Amerikaner ohne die existenzielle Bedrohung nicht hinbekamen. Vorher konnte man sich ohne Grundsatzstreit nicht einmal auf das Füllen von Schlaglöchern einigen. Deshalb haben die USA als einzige Industrienation keine Krankenversicherung für alle, deshalb gibt es kein dichtes Netz von Ärzten und Krankenhäusern. Deshalb hat der normale Amerikaner zu wenig Ersparnisse, um eine unerwartete Krise zu meistern.

In der Not müssen Trumps Verbündete erkennen, wie schmerzlich jetzt die sozialen Netze und eine gute Gesundheitsversorgung fehlen. Hätten sie die nicht systematisch zerschlagen, sabotiert und zusammengekürzt, wäre Amerika stärker.

Der Rettungsschirm kann nur ein Anfang sein, um das Schlimmste zu verhindern. Deshalb sollte das Repräsentantenhaus schnell zustimmen. Für Grundsatzdiskussionen über Gesundheit, Bildung, Wohlstandsgefälle ist jetzt keine Zeit. Umso dringender müssen sie nach Überwindung der Krise wieder geführt werden.