Ankara - Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist am Mittwochnachmittag in Ankara mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs im Parlamentsgebäude dürften die bilateralen Beziehungen rund drei Wochen vor dem geplanten Deutschlandbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan stehen. Zudem dürften es um den Syrien-Konflikt gehen, wo in der nordwestlichen Provinz Idlib eine neue Eskalation droht.

Maas: „Türkei mehr als nur Nachbar“

Vor seiner Abreise in die Türkei hatte Maas die Bedeutung der Beziehungen zu dem Land am Bosporus hervorgehoben. „Die Türkei ist mehr als ein großer Nachbar, sie ist auch ein wichtiger Partner Deutschlands“, erklärte der Minister. Er äußerte sich aber auch besorgt über die schwierige Menschenrechtslage in der Türkei hin. „Diese Themen werde ich offen ansprechen“, sagte Maas vor allem mit Blick auf weiterhin in der Türkei inhaftierte Deutsche. Es gebe da „Einiges aufzuarbeiten“.

Nach dem Treffen mit Cavusoglu sollte Maas auch von Erdogan empfangen werden. Zudem gab es eine Begegnung mit Parlamentspräsident Binali Yildirim. Am Donnerstag besucht Maas die deutsche Schule in Istanbul, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert. In den lange schon schwierigen deutsch-türkischen Beziehungen hatte es zuletzt durch die Freilassung inhaftierter Deutscher eine gewisse Entspannung gegeben.

Nach wie vor Deutsche in Türkei inhaftiert

Allerdings sind nach wie vor sieben Deutsche sowie zehntausende Türken aus politischen Gründen in dem Land inhaftiert. Zudem wurde, wie am Dienstag bekannt wurde, offenbar ein deutscher Staatsbürger auf Betreiben der Türkei in Bulgarien festgenommen. (afp)