Nach dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich Tunesiens Ministerpräsident Youssef Chahed in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ausdrücklich gegen Auffanglager in seinem eigenen Land ausgesprochen: „Die Errichtung von Auffanglagern halten wir in Tunesien jedenfalls im Moment nicht für eine gute Idee“, erklärte der 41-Jährige mit Verweis auf die aktuelle politische Situation: „Wir haben gerade seit sechs Jahren ein demokratisches System. (...) Unsere Demokratie muss stabilisiert werden.“

Auch in Zusammenhang mit dem Tunesier Anis Amri, der Ende vergangenen Jahres auf dem Berliner Breitscheidplatz einen Terroranschlag verübt hatte, wies Chahed jegliche Verantwortung von sich: „Mit Anis Amri wurde genauso umgegangen wie mit allen anderen Tunesiern, die Deutschland verlassen müssen. (...) Amri erhielt keine besondere Behandlung, die die Abläufe verzögert hätte.“ Dass die zuständigen Behörden in Tunesien zu lange gebraucht hätten, um die entsprechenden Papiere von Amri auszustellen, stritt Chahed ab. (def)