Der polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch hat sich bei Facebook an seine Leser gewandt. In einem Eintrag verurteilt er den Farbangriff auf den russischen Botschafter in Polen, der am Montag in Warschau stattgefunden hat. Der Schriftsteller schrieb: „Das hätte nicht passieren dürfen. Der russische Botschafter ist eine verabscheuungswürdige Figur und er hat es selbst so gewollt, aber Polen muss seine Sicherheit gewährleisten. (...) Die Fotos des mit Farbe beschmierten Botschafters helfen Russland. Nun wird dem polnischen Botschafter in Moskau wahrscheinlich etwas Unangenehmes passieren, und das ist keine gute Nachricht. So eine Geste schadet nicht Russland. Im Gegenteil. Sie hilft auch der Ukraine nicht. Aber sie schadet den Interessen des polnischen Staates. Selbst vernünftige polnische Forderungen lassen sich nun mit dem Hinweis auf die polnische Russophobie leichter abtun. Es gibt nichts, worüber man sich jetzt freuen könnte. In Polen sind es aber in der Regel jene pittoresken Gesten, die Beifall finden, selbst wenn sie zutiefst schädlich sind. Das ist das Ergebnis der moralischen Aufregung.“

In einem Nebenkommentar schrieb der Schriftsteller noch: „Um der Argumentation willen möchte ich hinzufügen, dass es schwierig ist, der ukrainischen Journalistin, die die Farbe gesprüht hat, die Tat vorzuwerfen. Ich verstehe sie vollkommen. Man kann aber den polnischen Sicherheitsbehörden die Schuld dafür geben, dass dies geschehen konnte.“