Berlin - Einmal im Jahr macht Kristin Brinker Ferien auf dem Bauernhof. Um die Verbindung zur Natur nicht zu verlieren, sagt sie. Das kann schnell passieren bei ihrem Politikerjob: lange Tage in Plenarsitzungen, vor dem Computer, am Telefon. Brinker trägt Hosenanzug, Halstuch und Perlenohrringe, aber man kann sich vorstellen, wie sie in Gummistiefeln durch den Kuhstall stapft. Oder bei der Geburt eines Kälbchens hilft, das nasse Fell mit Heu trockenreibt. Wie letztes Jahr. „So eine Faszination, wenn neues Leben entsteht“, sagt Brinker bei einem Treffen im Abgeordnetenhaus und dass sie in der Natur ihr Harmoniebedürfnis stillen könne.

Und das hat sie nötig. In der Berliner AfD ist von Harmonie nicht viel zu spüren. Es herrscht ein offener Krieg in der Fraktion, die Themen sind knallhart, der Umgang auch. Oft geht es um Befindlichkeiten. Das alles ist für Brinker nichts Neues, die Finanzexpertin sitzt seit Jahren für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, war schon Fraktionsvize – bis zum Sommer 2020: Damals gab es Zank um die Fraktionsfinanzen und über das Gutachten eines Wirtschaftsprüfers. Die Affäre spitzte sich zu – bis Brinker am 12. August 2020 hinwarf. Ab da saß sie im Abgeordnetenhaus ganz hinten und es wurde still um sie.

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