Krieg in der Ukraine

Bericht über Ukraine-Geheimtreffen: Westen lehnt Friedensverhandlungen mit Russland ab

Bloomberg berichtet über ein hochkarätiges Treffen in Riad. Vertreter der Ukraine und der G7 sollen dort direkte Verhandlungen mit Moskau abgelehnt haben.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der amerikanische Präsident Joe Biden bei ihrem Treffen in Washington im September 2023.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der amerikanische Präsident Joe Biden bei ihrem Treffen in Washington im September 2023.Evan Vucci/dpa

Im vergangenen Monat haben sich Vertreter der Ukraine, der G7 und einer kleinen Gruppe von Ländern des Globalen Südens in Saudi-Arabien getroffen, um für weitere Unterstützung der Ukraine zu werben. Das berichtete die amerikanische Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag.

Das geheime Treffen nationaler Sicherheitsberater am 16. Dezember in Riad sei auf größere öffentlichkeitswirksame Versammlungen gefolgt. Das Treffen habe zum Ziel gehabt, den Versuchen Moskaus entgegenzuwirken, die Ukraine und ihre Verbündeten zu spalten, berichtet Bloomberg unter Verweis auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. In den Beratungen soll es auch darum gegangen sein, nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass die Ukraine und ihre Verbündeten kein Interesse an Friedensverhandlungen hätten.

Das kleinere Format habe eine freiere und offenere Diskussion über die sogenannte Friedensformel der Ukraine und Pläne, diesen Prozess voranzutreiben, ermöglicht. Kiew ist offiziell bislang nur zu Friedensverhandlungen bereit, wenn Russland seine Truppen aus der Ukraine abzieht. Auch die Grundsätze für eine mögliche Zusammenarbeit mit Russland in der Zukunft seien erörtert worden. Über Details berichtete Bloomberg hierzu nicht.

Westen lehnt Friedensverhandlungen mit Russland ab

Das Treffen fand zu einer Zeit statt, in der die westliche Unterstützung der Ukraine ins Stocken geraten ist. Die russische Invasion geht in das dritte Jahr. In den USA und der Europäischen Union sind finanzielle und militärische Unterstützung auf der Strecke geblieben, und die Gegenoffensive der Ukraine ist im vergangenen Jahr weitestgehend versandet. Der Krieg zwischen Israel und der Hamas hat auch zu Differenzen mit dem Globalen Süden geführt.

Bei dem Treffen am 16. Dezember in Riad habe es keine großen Fortschritte gegeben, berichtet Bloomberg. Die Ukraine und ihre G7-Verbündeten hätten sich weiterhin Aufrufen der Länder des Globalen Südens widersetzt, direkt mit Russland zusammenzuarbeiten, heißt es. 

Während hochrangige Beamte aus Indien, Saudi-Arabien und der Türkei an dem Treffen im Dezember in Riad teilgenommen hätten, seien andere große Länder des Globalen Südens, die an einigen der vorherigen größeren Sitzungen teilgenommen hatten – insbesondere China, Brasilien und die Vereinigten Arabischen Emirate –, nicht erschienen. Brasilien, das in diesem Jahr den G20-Vorsitz hat, habe eine schriftliche Erklärung abgegeben.