Berlin - Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) rechnet mit einer wieder steigenden Zahl von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine im kommenden Herbst und Winter. Grund dafür sei nicht zuletzt, dass die Infrastruktur, die Heizsysteme und die Versorgung in der Ukraine im Winter noch schwieriger gewährleistet werden könnten als im Sommer.

Der Sommer könne für viele ukrainische Familien in Berlin ein Entscheidungspunkt werden. „Wir werden in den Sommerferien sicherlich für viele Familien, die schulpflichtige Kinder haben, einen Punkt haben, wo sie sich entscheiden: Bleiben wir hier oder beginnen wir das neue Schuljahr wenn auch unter schwierigen Bedingungen in der Ukraine“, sagte sie nach der Senatssitzung am Dienstag.

Aktuell kommen in Berlin etwa 400 Flüchtlinge am Tag an. Gegenüber März dieses Jahres ist diese Zahl deutlich geringer. „In den landeseigenen Unterkünften bringen wir am Tag etwa 20 Personen unter“, sagte Giffey. Komplett ausgelastet seien die Unterkünfte aktuell nicht.

Pflegebedürftige Flüchtlinge werden in Berlin aufgenommen, aber auch auf andere Bundesländer verteilt. „Berlin kann hier nur Drehkreuz sein, weil wir nicht selbst alle Unterbringungen von schwerst pflegebedürftigen Menschen schaffen“, so Giffey.