+++9:49 Uhr: Separatisten lassen OSZE-Beobachter frei+++

Nach mehr als einer Woche in der Gewalt prorussischer Milizen sind die Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Samstag freigelassen worden. „Alle zwölf Menschen auf meiner Liste sind freigelassen worden“, sagte der Sondergesandte von Russlands Präsident Wladimir Putin, Wladimir Lukin, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Neben acht europäischen Beobachtern, von denen einer bereits in der vergangenen Woche freigelassen worden war, hatten die Milizen auch vier ukrainische Offiziere gefangengenommen.

+++23:30 Uhr: Separatisten wollen Geiseln unter Bedingungen freilassen+++

Die moskautreuen Separatisten in der Ostukraine wollen ihre auch aus Deutschland stammenden Geiseln nach russischen Angaben unter Bedingungen freilassen. Die festgehaltenen Militärbeobachter sollten in die Obhut des russischen Sondergesandten Wladimir Lukin kommen, der sich derzeit in der Ostukraine aufhalte. Das teilte das Außenamt in Moskau am Freitagabend nach einem Telefonat von Außenminister Sergej Lawrow mit dem Schweizer Bundespräsidenten und amtierenden OSZE-Vorsitzenden Didier Burkhalter mit. Voraussetzung sei, dass Lukins Mission nicht von ukrainischen Truppen behindert werde. Burkhalter habe zugesagt, entsprechend auf Kiew einzuwirken. Die Geiseln sind seit einer Woche in der Hand der Separatisten.

+++22:00 Uhr: Ukrainische Truppen rücken in Slawjansk vor+++

Ukrainische Regierungstruppen sind gegen Warnungen aus Russland mit schweren Waffen ins Zentrum der von Separatisten besetzten Stadt Slawjansk vorgerückt. Zwei Soldaten seien bei einem Feuergefecht in der Ostukraine getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Freitagabend mit. Die russische Staatsagentur Itar-Tass meldete, das Hauptquartier der prorussischen Aktivisten, die die Stadt seit Wochen kontrollieren, liege unter Beschuss. Die Agentur Interfax zitierte Separatisten, wonach elf gepanzerte Fahrzeuge sowie mehrere Busse mit Infanterie ins Zentrum eingedrungen seien.

+++ 21:05 Uhr: Tote bei Krawallen in Odessa+++

Bei einem durch schwere Straßenschlachten verursachten Gebäudebrand sind in der südukrainischen Stadt Odessa mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer sei im zentralen Haus der Gewerkschaften ausgebrochen, teilte die Polizei am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mit. In ersten Berichten der Behörden war von 38 Toten die Rede gewesen.

Über Stunden hatten sich zuvor ukrainische und prorussische Aktivisten Straßenschlachten geliefert. Dabei waren nach Polizeiangaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Ein Opfer sei durch einen Schuss in die Lunge getötet worden, hieß es. Es gab 40 Verletzte.

Die Ukraine wird seit Monaten von schweren Auseinandersetzungen über den außenpolitischen Kurs des Landes erschüttert. In den vergangenen Wochen war es vor allem in der Ostukraine zu Gewalt und Ausschreitungen gekommen. Mitte Februar waren bei Schießereien im Zentrum von Kiew insgesamt mehr als 100 Menschen auf den Straßen erschossen worden. In der Millionenstadt Odessa, der wichtigsten Hafenstadt der Ukraine, war es bislang vergleichsweise ruhig gewesen.

+++19:27 Uhr: Merkel will Präsidentenwahl unterstützen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert Russland auf, die Präsidentenwahl in der Ukraine am 25. Mai zu unterstützen. „Wir werden alles daransetzen, dass diese Wahlen stattfinden können“, sagt Merkel in Washington.

+++18:52 Uhr: Obama kritisiert Russland+++

Russland hat nach den Worten von US-Präsident Barack Obama nicht das Recht, die territoriale Integrität der Ukraine zu verletzen. Russland dürfe auch nicht die Außen- und Innenpolitik seines Nachbarlandes diktieren, sagt Obama.

+++18:30 Uhr: Obama und Merkel drohen mit weiteren Sanktionen+++

US-Präsident Barack Obama fordert Russland auf, seinen Einfluss auf bewaffnete Gruppen in der Ukraine geltend zu machen und sie zur Aufgabe zu bewegen. Russland müsse mit raschen weiteren Sanktionen rechnen, sollte sich die Lage in der Ukraine nicht stabilisieren, sagt Obama in Washington auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

+++18´:02 Uhr: Russland dementiert Bericht+++

Russland hat ukrainische Angaben zurückgewiesen, wonach bewaffnete russische Saboteure versucht hätten, über die Grenze in die Ukraine zu gelangen. Dieser Bericht entspreche nicht der Realität, meldet die Nachrichtenagentur Itar Tass unter Berufung auf den russischen Geheimdienst FSB.

+++ 17:50 Uhr: „Viele Tote auf Seiten der Separatisten“ +++

Bei der Offensive der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten in der östlichen Stadt Slawjansk hat es nach ukrainischen Regierungsangaben zahlreiche Tote gegeben. Interimspräsident Oleksander Turtschinow sprach am Freitag von „vielen Toten“ auf Seiten der Gegner Kiews. Turtschinow bestätigte zudem den Tod von zwei ukrainischen Soldaten. „Die Kriminellen haben viele Verluste erlitten: viele wurden getötet, verwundet und es gibt viele Gefangene“, sagte er in einer nationalen Fernsehansprache. Die prorussischen Kräfte sprachen dagegen von drei getöteten Kämpfern und zwei toten Zivilisten.

+++16:41 Uhr: Ukrainische Führung räumt Probleme bei Offensive in Slawjansk ein +++

Die ukrainische Führung hat Probleme bei ihrer Offensive gegen prorussische Aktivisten bei der Stadt Slawjansk im Osten des Landes eingeräumt. Die Operation gehe „nicht so schnell voran wie wir uns das wünschen“, sagte Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Freitag einer Mitteilung zufolge. Grund sei, dass die „Terroristen“ sich in bewohnten Gebieten verschanzten und Zivilisten als Schutzschilde missbrauchten. Die Einsatzkräfte hätten aber alle Stellungen um die Stadt herum in ihre Gewalt gebracht und dem Gegner „schwere Verluste“ zugefügt, behauptete Turtschinow.

+++14:33 Uhr: Russland droht Ukraine mit Drosselung der Gaslieferung im Juni+++

Russland hat der Ukraine mit einer Drosselung der Gaslieferungen schon im Juni gedroht. Sollte die mit milliardenschweren Rechnungen in der Kreide stehende Regierung in Kiew im Mai keine Vorauszahlung leisten, werde der staatlich-kontrollierte Gazprom -Konzern weniger Gas liefern, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak am Freitag. Er äußerte sich in Warschau nach Verhandlungen mit seinem ukrainischen Kollegen Juri Prodan und EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Die Gas-Schulden des Nachbarlandes bezifferte Nowak auf rund 3,5 Milliarden Dollar. Er äußerte zudem die Sorge, dass die Ukraine nicht in der Lage sein könnte, in den Sommermonaten genug Gas zu speichern, um den Transit nach Westeuropa im Winter zu garantieren. Prodan sagte, sein Land sei bereit, faire Marktpreise zu zahlen, nicht aber Gazproms jüngste Preiserhöhungen. Notfalls werde man den Fall vor ein Schiedsgericht bringen. Oettinger zufolge zeigten beide Seiten die Bereitschaft, eine ähnliche Eskalation wie in der politischen Krise in dem Gasstreit vermeiden zu wollen. Die EU deckt gut ein Drittel ihres Gas- und Ölverbrauchs mit Lieferungen aus Russland.

+++11:49 Uhr: Mehrere Separatisten getötet worden+++

Beim Einsatz ukrainischer Regierungstruppen gegen prorussische Aktivisten im Osten des Landes sind mehrere Separatisten getötet worden. Es gebe „mehrere Tote“ auf ihrer Seite, sagte ein Sprecher der moskautreuen Kräfte am Freitag einem Reporter der Nachrichtenagentur dpa bei der Stadt Slawjansk. Genaue Zahlen nannte er nicht. Bisher hatte die „Volksmiliz“ von einem Toten berichtet, die Regierung räumte den Tod zweier Mitglieder der Sicherheitskräfte ein. Der Aktivistensprecher bestätigte, dass Regierungstruppen den Bahnhof der Großstadt eingenommen hätten. Die Kämpfer hielten aber weiter mehrere Straßensperren bei Slawjansk besetzt.

+++9:37 Uhr: Abschuss von zwei Hubschraubern bestätigt+++

Regierungsangaben zufolge sind zwei Militärhubschrauber abgeschossen worden. Prorussische Kämpfer hätten die Armeehubschrauber vom Typ Mi-24 mit Raketenwerfern beschossen, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Bei den Gefechten wurden demnach zwei ukrainische Soldaten getötet und mehrere weitere verletzt.
Innenminister Arsen Awakow hatte zuvor von einem abgeschossenen Hubschrauber und einem getöteten Piloten gesprochen. Der prorussische Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow sprach ebenfalls von zwei abgeschossenen Hubschraubern. Wie er der Nachrichtenagentur Interfax sagte, wurde einer der Piloten getötet, der andere konnte fliehen.
Slawjansk wird seit Wochen von prorussischen Milizen kontrolliert. Am frühen Freitagmorgen startete die ukrainische Armee nach Angaben von Awakow die „aktive Phase“ eines Angriffs auf die Separatisten in Slawjansk und Kramatorsk. Ukrainische Soldaten übernahmen seinen Angaben zufolge die Kontrolle über neun Kontrollpunkte der Milizen. Slawjansk ist demnach umstellt. Er forderte die Einwohner von Slawjansk und Kramatorsk auf, zu Hause zu bleiben.
Die Übergangsregierung in Kiew forderte die Separatisten auf, die von ihnen festgehaltenen Geiseln freizulassen, ihre Waffen niederzulegen und besetzte Gebäude zu räumen. Die ukrainische Armee habe es in der Ostukraine mit „professionellen Söldnern“ zu tun, schrieb Awakow auf seiner Facebook-Seite. Die ukrainischen Spezialkräfte würden mit Raketenwerfern und anderen „schweren Waffen“ angegriffen.
Auch der ukrainische Geheimdienst SBU erklärte, der Abschuss der Hubschrauber sei ein Beweis dafür, dass in der Ostukraine „ausgebildete ausländische Militärspezialisten“ im Einsatz seien, „und nicht nur Zivilisten, wie die russische Regierung behauptet“.

+++8:27 Uhr: Hubschrauberpilot bei Abschuss getötet+++

Die ukrainischen Behörden haben bestätigt, dass bei den Gefechten nahe der ostukrainischen Stadt Slawjansk ein Militärhubschrauber abgeschossen wurde. Dabei sei ein Pilot getötet worden, teilten die Übergangsregierung in Kiew am Freitag mit. Slawjansk wird seit mehr als zwei Wochen von prorussischen Milizen kontrolliert, am Morgen startete die ukrainische Armee nach Angaben der Separatisten einen Angriff.

+++7:00 Uhr: Vormarsch auf die Stadt Slawjansk+++

Mit Hubschraubern und Militärgerät sollen ukrainische Regierungstruppen nach Angaben prorussischer Aktivisten einen Vormarsch auf die Stadt Slawjansk im Osten des Landes begonnen haben. Eine unabhängige Bestätigung oder ukrainische Berichte gab es zunächst nicht. Mehrere Mitglieder der moskautreuen „Selbstverteidiger“ seien bei Schusswechseln am Stadtrand verletzt worden, sagte ein Sprecher der Separatisten am Freitag der russischen Agentur Interfax.

Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow behauptete demnach, seine Kämpfer hätten zwei Hubschrauber vom Tyo Mi-24 abgeschossen. Ein Pilot sei dabei ums Leben gekommen, ein weiterer sei gefangen genommen worden. Zwei weitere Besatzungsmitglieder seien geflüchtet, sagte Ponomarjow. Auch dafür gab es zunächst keine Bestätigung.

Ein anderer Milizenanführer sagte der russischen Staatsagentur Ria Nowosti, die ukrainischen Regierungstruppen hätten einen Kontrollposten und den örtlichen Fernsehsender erobert.

Die russische Staatsagentur Ria Nowosti meldete, mehrere Hubschrauber kreisten über der Stadt. Regierungstruppen mit schwerem Militärgerät hätten die Stadt umstellt. Die moskautreuen Separatisten hätten die mehr als 100.000 Einwohner mit Sirenen und Kirchenglocken vor dem Angriff gewarnt.

Slawjansk wird seit Wochen von der „Volksmiliz“ kontrolliert. Seit einer Woche halten „Bürgermeister“ Ponomarjow und seine Kämpfer dort mehrere Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) fest, darunter vier Deutsche. Die prowestliche Führung in Kiew hatte in der russisch geprägten Region einen „Anti-Terror-Einsatz“ gegen die Separatisten angeordnet. Bislang hatte die Offensive aber keine Erfolge gebracht.

+++6:36 Uhr: Gewehrfeuer und Explosionen bei Slawjansk+++

Gewehrschüsse und heftige Explosionen sind am Freitagmorgen nahe der Stadt Slawjansk zu hören gewesen. Das berichteten AFP-Reporter und prorussische Aufständische. Ein Hubschrauber kreiste in niedriger Höhe. Offenbar handelte es sich um einen Angriff der ukrainischen Armee auf prorussische Kräfte, die eine Straßensperre nördlich der Stadt in Brand gesetzt hatten. (dpa, rtr, afp)