Umfrage: Franzosen haben wenig Vertrauen in Macrons Reformen

Paris - Die Franzosen haben einer aktuellen Umfrage nach wenig Vertrauen in die Reformen der Regierung. Nur knapp ein Drittel der Befragten ist zuversichtlich, dass die Reformen bei der Arbeitslosenversicherung (32 Prozent) oder der Rente (29 Prozent) in die richtige Richtung gehen, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Harris Interactive ermittelt hat. Präsident Emmanuel Macron hatte in seiner Neujahrsansprache betont, trotz der „Gelbwesten“-Proteste an seinen Reformplänen festzuhalten.

Franzosen mit negativem Blick auf 2018

Die Franzosen schauen eher negativ auf das Jahr 2018 zurück, das vor allem in den letzten Monaten von den Demonstrationen der „Gelbwesten“ geprägt war. Mehr als jeder Zweite (54 Prozent) bewertet das Jahr im Rückblick negativ. Auch auf das neue Jahr blickt gut die Hälfte der Befragten pessimistisch (51 Prozent).

Besonders wichtig für die Franzosen sind die Themen Kaufkraft (73 Prozent), Kampf gegen den Terror (71 Prozent) und die Arbeitslosigkeit (70 Prozent). Themen wie ökologischer Wandel oder Europa landen eher auf den hinteren Plätzen.
Mit Blick auf die Umwandlung der „Gelben Westen“ in eine politische Organisation sind die Franzosen gespalten. Nur 39 Prozent der Befragten hielten das für eine gute Idee und 56 Prozent sind dagegen. Gleichzeitig sind allerdings knapp die Hälfte (47 Prozent) dafür, dass die „Gelbwesten“ bei der Europawahl im Mai mit einer eigenen Liste antreten.

Macron will sich mit Brief an Franzosen wenden

Emmanuel Macron will sich Mitte Januar im Zuge der „nationalen Debatte“ zur Beruhigung der „Gelbwesten“-Proteste schriftlich an die Bürger wenden. Sein „Brief an die Franzosen“ werde auch in sozialen Netzwerken verbreitet, bestätigte der Élyséepalast am Mittwoch. Das Schreiben werde den Rahmen für die Themen der Debatte setzen.

In der „nationalen Debatte“ können die Bürger Vorschläge zu den Themen Steuern, ökologischer Umbau, Demokratie und Migration sowie Staatsorganisation machen. Aus der Bürgerdebatte sollen ab April konkrete Entscheidungen folgen. (dpa)