Die seit 1995 stattfindende jährliche UN-Klimakonferenz tagt dieses Jahr in Madrid.
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MadridAb Montag treffen sich Vertreter aus mehr als 190 Staaten zum 25. Weltklimagipfel in Madrid. Auch vier Jahre nach dem Durchbruch in Paris ist noch nicht klar, wie internationaler Klimaschutz funktionieren soll. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur COP25.

Klimakonferenz alle Jahre wieder. Muss das sein?

Seit den frühen 90er-Jahren ist sich die Wissenschaft weitgehend einig, dass sich die Erde erwärmt und der Mensch dafür maßgeblich verantwortlich ist. Damals erkannte die Weltgemeinschaft den Klimawandel als ernsthafte Bedrohung für die Menschheit und den Planeten an. Die seit 1995 stattfindende jährliche UN-Klimakonferenz soll die internationale Staatengemeinschaft zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bewegen. Ein Durchbruch wurde 2015 in Paris erzielt: 195 Staaten kamen darin überein, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten.

Wie viele Tonnen CO2 wurden dank des Pariser Abkommens eingespart?

Keine einzige. Von einem Rückgang oder auch nur einer Verlangsamung des globalen Treibhausgasausstoßes kann keine Rede sein. Den hehren Versprechungen der Staats- und Regierungschefs sind noch keine wirksamen Taten gefolgt.

Was wird bei der COP25 besprochen?

Klimaschutz erfordert eine international abgestimmte Klimapolitik. Als zentrales Instrument hierfür soll der internationale Handel mit Emissionsrechten dienen: Staaten sollen ihre eingesparten CO2-Emissionen verkaufen und so zu Geld kommen können – ein Anreizsystem für mehr Umweltschutz. Dieses soll aber nicht dazu führen, dass reiche Industriestaaten Emissionsrechte ärmerer Staaten kaufen, weiterhin klimaschädlich wirtschaften und Klimaschutz somit nur auf dem Papier stattfindet. Vor allem Brasilien tritt für ein CO2-Handelssystem mit großen Schlupflöchern ein.

Was entscheidet über den Erfolg des Emissionshandels?

Ganz klar: der Wille zur Tat. Diesen müssen die Staats- und Regierungschefs in nationalen Klimaplänen – kurz: NDC – dokumentieren. Je ambitionierter die NDCs, desto wirksamer der Emissionshandel. Das UN-Klimasekretariat in Bonn wartet schon länger darauf, dass die NDCs dort eintreffen. Bisher aber haben nur 66 Staaten nachgeschärfte Klimapläne eingereicht – darunter fast nur ärmere Länder, die für einen Bruchteil der Emissionen verantwortlich sind. Von den G20 kam noch nichts – die 20 mächtigsten Industrienationen halten sich bedeckt.

Was macht die EU, was macht Deutschland?

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Klimaschutz zur Priorität ernannt. Geht es nach ihr, soll die EU 2050 klimaneutral sein – also nicht mehr Emissionen ausstoßen, als sie binden kann. Klimaschützer hoffen jetzt auf die EU. Und die Grünen fordern: „Europa sollte sich an die Spitze der Bewegung stellen. Und hier ist vor allem Deutschland als starker Verhandler und wichtiger Akteur gefragt“, sagt die Grünen-Klimaexpertin Lisa Badum. „Die Bundesregierung sollte eine Führungsrolle einnehmen“, fordert die Bundestagsabgeordnete. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kündigte an dafür kämpfen zu wollen, dass die EU voranschreitet und die G20-Staaten mitziehen.