Paris - Die Klimakonferenz soll gut zwei Wochen dauern, die eigentlichen Verhandlungen führen in dieser Zeit die nationalen Minister und ihre Experten. Ziel ist ein weltweit verbindliches Abkommen, das die Erwärmung der Atmosphäre bis zum Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad begrenzen soll. Dafür müssen die Staaten ihren Klimagas-Ausstoß reduzieren und ihre Wirtschaftsweise verändern.

Die Chancen, dass es in Paris tatsächlich zu einer Verständigung der fast 200 Teilnehmerstaaten kommt, gelten als gut. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass sich mit China und den USA nun auch die beiden größten Kohlendioxid-Verursacher des Planeten dem Klimaschutz verpflichtet fühlen.

Hollande verbindet Klimaschutz und Anti-Terror-Kampf

Die Klimakonferenz steht unter dem Eindruck der Pariser Terror-Anschläge von Mitte November mit 130 Toten und mehreren Hundert Verletzten. In ganz Frankreich gilt weiterhin der Ausnahmezustand, die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadtregion wurden für das Treffen noch einmal verschärft. Demonstrationen sind verboten.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande stellte am Montag in seiner Eröffnungsrede einen direkten Zusammenhang zwischen dem Klimaschutz und dem Anti-Terror-Kampf her. Die Staatengemeinschaft stehe vor zwei großen Herausforderungen: Sie müsse die Welt vom Terrorismus befreien und den Planeten bewahren, sagte Hollande. Mit Blick auf die Anschläge sagte er: „Diese Ereignisse verpflichten uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.“

„Dies ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob wir unseren Planeten retten“

US-Präsident Barack Obama forderte in einer emotionalen Ansprache mehr Anstrengungen im Klimaschutz und bekräftigte den Führungsanspruch seines Landes. „Dies ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob wir unseren Planeten retten“, sagte Obama. Die Menschheit müsse jetzt handeln und den Verbrauch fossiler Energien reduzieren. Die USA seien bereit, zum Nutzen künftiger Generationen voranzugehen. „Unsere eigenen Interessen sind weniger wichtig als die Luft, die junge Menschen atmen, als die Nahrungsmittel, die sie essen und das Wasser, das sie trinken.“

Auch der chinesische Präsident Xi Jinping bekannte sich zu den Zielen der Konferenz. Er betonte aber, dass der Klimaschutz nicht zulasten der Bemühungen gehen dürfe, die Armut in den Schwellenländern zurückzudrängen und den Wohlstand der Bevölkerung zu mehren.

Deutschland verhandelt in Paris gemeinsam mit den anderen EU-Staaten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: „Wir wissen, wir müssen heute handeln, das muss der Anspruch dieser Konferenz sein.“ Mit Blick auf die jüngsten Anschläge betonte sie: „Wir zeigen durch unsere Anwesenheit: Wir sind stärker als die Terroristen.“