Berlin - Offenbar mit einer Kunstaktion hat eine rund 30-köpfige Gruppe in einem Apple-Laden am Berliner Kurfürstendamm Alarm ausgelöst. Rund 500 Kunden und Angestellte mussten das Geschäft am Samstagnachmittag verlassen, nachdem die Gruppe eine silberne zähe Flüssigkeit auf Tischen und Geräten verteilt hatte. Die Substanz sah offenbar aus wie das hochgiftige Quecksilber.

Nach Erkenntnissen der Polizei handelte es sich eher um eine Metalllegierung. Diese sollte im Labor genauer untersucht werden. Die Teilnehmer der Aktion sprachen dagegen von dem Element Gallium, das bei etwa 30 Grad Celsius schmilzt. Es gebe keine akute Gefahr. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

27 Menschen festgesetzt

Unterdessen hielt die Polizei 27 Menschen fest, die an der Aktion beteiligt gewesen sein sollen. Sie saßen in einem abgesperrten Bereich vor dem Laden. Sie berichteten Medienvertretern vor Ort, sie seien Teilnehmer einer Kunst-Performance im Rahmen der Berliner Festspiele. Demnach bekamen sie vor dem Laden ein Medaillon, das in der Hand schmolz - und schließlich im Apple-Store für Ärger sorgte. Sie hätten beim Eintreffen der Polizei mehrfach betont, dass es sich nicht um Quecksilber handele. Die Berliner Festspiele waren am Nachmittag auf Anfrage der dpa nicht zu erreichen.

Der verantwortliche Künstler kündigte vor dem Laden an, er werde eine Presseerklärung herausgeben. Seine Kostümierung sorgte für Aufsehen: Sein Kopf war bunt bemalt, am Körper trug er ein hautenges Trikot, das an den Rennanzug eines Skifahrers erinnerte - darüber eine Art Lederkorsett. Von seinem Kopf baumelten mehrere lange Zöpfe.

Laden über Stunden gesperrt

Während des Einsatzes von Polizei und Feuerwehr blieb das Geschäft über mehrere Stunden gesperrt. Kunden warteten ungeduldig auf Einlass, Mitarbeiter wollten sich nicht zu dem Vorfall äußern.

Tim Stabenhorst (19) war nach eigener Aussage im Laden, als die Polizei eintraf. „Die Polizei hat gesagt, dass wir zur Sicherheit alle den Laden verlassen müssen. Was genau passiert war, wusste ich nicht. Dass es um eine Flüssigkeit ging, habe ich nicht mitbekommen.“ (dpa)