Srinagar/Islamabad - Bei Überschwemmungen und Erdrutschen sind in Indien und Pakistan in den vergangenen Tagen rund 260 Menschen ums Leben gekommen. Besonders betroffen ist die umstrittene Region Kaschmir: In dem von Indien kontrollierten Teil lag die Zahl der Toten am Sonntag bei knapp 150, wie der Ministerpräsident des indischen Bundesstaates Jammu und Kaschmir, Omar Abdullah mitteilte. Zunächst war in Berichten von 160 Toten die Rede gewesen. Tausende sind obdachlos. Mindestens 110 Menschen starben pakistanischen Behörden zufolge in der ostpakistanischen Provinz Punjab und in dem von Islamabad kontrollierten Teil Kaschmirs.

Es handele sich um die schwersten Überschwemmungen seit einem halben Jahrhundert, sagte Abdullah am Wochenende. Derweil traf der indische Ministerpräsident Narendra Modi am Sonntag in Jammu und Kaschmir ein, um sich einen Eindruck von der Lage zu verschaffen, wie der Sender berichtete. „In Jammu wird es langsam besser, aber in Kaschmir verschlechtert sich die Lage, besonders in Srinagar“, sagte Abdullah. Streitkräfte und Luftwaffe brachten 11 000 Menschen in Sicherheit.

Aufgrund zahlreicher Flüsse, die derzeit Hochwasser führen, galt in vielen Gebieten die höchste Alarmstufe. Die Monsun-Zeit dauert in der Regel von Juni bis September. Die Unwetter kosten nicht nur zahlreiche Menschenleben, sondern richten auch große Schäden in der Landwirtschaft sowie an Gebäuden an. (dpa, afp)